Blog schreiben: 10 Zutaten zum perfekten Blogpost!

Blog schreiben - die Zutaten zum perfekten Blogpost. Auch Gemüse gehört dazu.“10 Zutaten zu einem perfekten Blogpost”.

So steht es für heute in unserem Redaktionskalender. Wir haben das Thema gemeinsam beschlossen und uns allen erschien es sinnig.

Jetzt sitze ich davor und mir wird klar, dass ich diesen Text nicht schreiben möchte. Weil mich das Wort “perfekt” ärgert. Wortklauberei? Mitnichten! Denn es führt dazu, dass jeder denkt, er müsse einen makellosen Text abliefern.

Und genau das ist der Punkt, an dem die Angst vor dem Schreiben entsteht.

Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, einen perfekten Blogpost zu schreiben. Warum? Weil es ihn nicht geben KANN! Das liegt daran, dass Schreiben (wie Essen) immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Und dass am Ende häufig die Feinheiten entscheiden.

Wie ist das denn beim Essen genau? Letztlich ist es doch oft nur eine Nuance, die einen Gaumenschmaus von einem soliden Gericht trennt.

Vielleicht ein wenig Liebstöckl zu viel oder einen Hauch Chili zu wenig, vielleicht ist das Fleisch einen kleinen Tick zu durchgebraten oder das Gemüse ein wenig zu weich gegart. Und selbst dann, wenn alle Regeln beachtet wurden, bleibt am Ende immer noch die Frage des persönlichen Geschmacks.

Klar, es gibt diese “Zutaten” für gutes Schreiben und es ist wichtig, sie zu kennen und sich (zumindest zumeist) an Ihnen zu orientieren.

Besser bloggen: Unser Leitfaden für einen erfolgreichen Corporate Blog  

Auf diese Weise können Texte entstehen, die zumindest solide sind – und vielleicht auch mal ganz nah dran am Perfekten:

  1. Achte auf saubere Rechtschreibung und Grammatik!
  2. Schreibe über Themen, die für deine definierte Buyer Persona relevant sind!
  3. Entwickle deinen eigenen Stil!
  4. Erzähle eine Geschichte (Storytelling)!
  5. Sorge dafür, dass dein Text gefunden wird (SEO, Social Media etc.)!
  6. Recherchiere gründlich!
  7. Achte die Grundsätze des guten Stils (nicht zu viele Verneinungen, vermeide Wiederholungen, verwende lieber das Aktiv als das Passiv, vermeide Schachtelsätze usw.)!
  8. Gib deinem Text Struktur (Zwischentitel, Fettgedrucktes, Links, Absätze usw).!
  9. Respektiere das geschriebene Wort anderer Autoren, sprich halte dich an die gängigen Zitierregeln bzw. achte das Copyright!
  10. Befreie dich von der Angst!

Ich bin in früheren Blogposts auf viele dieser Regeln schon genauer eingegangen, aber seltsamerweise noch nie auf die Angst. Und das, obwohl ich selbst häufig mit ihr konfrontiert werde.

In meiner Funktion als Online-Redakteurin und Content Managerin gebe ich hin und wieder Autorenschulungen. Dazu gehört manchmal auch, Menschen das Schreiben bei- und nahezubringen, die bisher noch nie etwas publiziert haben.

Oft wird innerhalb eines Unternehmens beschlossen, dass man nun endlich einen Corporate Blog brauche (eine sinnvolle Entscheidung!). Dann kommt der (nachvollziehbare und richtige) Gedanke, dass eigentlich fast jeder im Unternehmen die ein oder andere Geschichte in seinem Arbeitsalltag erlebt, die geradezu prädestiniert ist, um auf dem Unternehmensblog zu erscheinen – schließlich ist dieser auch eine Imagemaschine und soll Persönlichkeit transportieren.

Die meisten Mitarbeiter haben aber in der Regel noch nie etwas geschrieben, das nachher auch öffentlich zu lesen war.

Genau diese Menschen sitzen dann bei mir in der Autorenschulung. Und auch wenn der ein oder andere anfangs gedacht hat “das bisschen Schreiben…”, so merkt er doch recht schnell, dass Blog schreiben ein Handwerk ist, das man im Normalfall erst erlernen muss. Und wenn dann noch überall von so genannten “perfekten Texten” zu lesen und zu hören ist, wird es heikel. Denn dann stellt sich schnell Angst – oder manchmal ist es auch einfach nur Ehrfurcht – vor dieser riesigen Aufgabe ein.

Und die führt dann häufig dazu, dass derjenige gar nicht erst mit dem Schreiben anfangen möchte oder aber einen Abgabetermin für seinen Text vereinbart, der weit, weit in der Zukunft liegt. Ich habe dies schon einige Male erlebt.

Genau aus diesem Grund bin ich in den Schulungen dazu übergangen, der Zutat Nr. 10, “Befreie dich von der Angst!” einen besonderen Stellenwert zukommen zu lassen.

Ich vertrete ja die These, dass der Großteil der Menschen in der Lage ist, gute Texte zu verfassen. Wenn einem das schriftstellerische Genie nicht innewohnt, gibt es immer noch besagte Regeln, an die man sich halten kann – und die dabei helfen können, völlig respektable und annehmbare Texte zu produzieren (wenn man bereit ist, dem Ganzen ein wenig Zeit und Übung zuzugestehen).

Darum gerne nochmal: Den perfekten Text gibt es nicht! Die Angst ist also völlig unnötig – zumindest dann, wenn sie so groß wird, dass sie den Autor in spe vom Bloggen abhält.

Übrigens:

Diese Angst trifft nicht nur “Neulinge”. Auch ich selbst kenne sie gut – und das obwohl ich mein täglich Brot damit verdiene.

Ich habe mich auch schon mit anderen routinierten Textern darüber unterhalten: Vielen von ihnen ist dieses Gefühl ebenfalls bekannt. Sei es, weil man selbst in einem bestimmten Thema nicht besonders firm ist, sei es, weil die gewünschte Tonalität stark vom eigenen Schreibstil abweicht und man Schwierigkeiten hat, einen Text zu verfassen, der trotzdem authentisch klingt.

Sei es, weil der Text für einen besonders wichtigen Kunden ist und einfach gar nichts schiefgehen darf oder weil es um ein brisantes Thema geht. Vielleicht hat man auch Angst vor negativen Reaktionen der Leser oder der Kritik des Auftraggebers oder Chefs...

Über all dem steht der überzogene Anspruch einen sogenannten perfekten Text produzieren zu müssen.

Also: Keine Macht der Angst vorm Schreiben! Den perfekten Blogpost gibt es nicht und der bestmögliche ist in den allermeisten Fällen gut genug. Und allemal besser, als gar keinen zu texten!

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Veröffentlicht am 05.05.2016 und zuletzt aktualisiert am 20.03.2017

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