Content Marketing: Mein erstes Mal

Ich möchte heute von meiner ersten bewussten Begegnung mit Content Marketing im Web erzählen – die mich übrigens tatsächlich zur zufriedenen Kundin und Weiterempfehlerin der betreffenden Produkte gemacht hat. Die Firma, die mich mit ihrem Content überzeugt hat? Lachen Sie nicht: Es war www.mottenshop.de.

"Content Marketing - ein neuer Hype oder Sternstunde des Marketings?" fragt aktuell Marco de Micheli in der Huffington Post.

Seine Antwort stimmt mit der überein, die auch ich und die Kollegen von HOPPE7 geben würden: Zwar ist das Prinzip, Produkte und Dienstleistungen (auch) mithilfe wertvoller Informationen zu vermarkten, tatsächlich nicht völlig neu.

Mein Kollege Thomas Reitz verweist in seinem Artikel auf eine Form analogen Contentmarketings, das auch ich noch aus meiner Kindheit kenne: Das Comicheft KNAX, das man beim Besuch in Sparkassen bekam.

Seit Jahrzehnten vertraut ist den Hobbyköchen und –köchinnen unter uns ein weiteres Beispiel für Content Marketing, ohne dass wir diesen Namen dafür verwendet hätten: Mehlverpackungen, Kakaoschachteln und Haferflockentüten wurden und werden heute noch gern mit Rezeptvorschlägen auf der Rückseite bedruckt. Wir alle haben also schon Erfahrungen mit Content Marketing gemacht, oft auch ohne uns dessen bewusst zu sein. Meine mit dem Mottenshop hat mir aber zum ersten Mal gezeigt, wieviel Vertrauen und Sympathie man Kunden durch guten Content einflößen kann.

Die Buyer Persona: Ich

Richtig: Ich habe Vorräte in meinem Küchenschrank gelagert und irgendwann waren da diese kleinen fliegenden Tierchen. Die wollte ich loswerden, und zwar bevorzugt durch eine biologisch verträgliche Lösung.Was hat mich zur Buyer Persona für die Anbieter biologischer Mottenbekämpfung gemacht?

Phase 1: Awareness

Das Problem an Motten: Sie verunreinigen Lebensmittel nicht nur durch Ihren Kot, sie legen Ihre Eier hinein. Aus diesen Eiern schlüpfen kleine weiße Würmer, die Mottenlarven. Und wenn so eine Sie mitten aus Ihrem Frühstücksmüsli anstarrt, vergeht Ihnen schonmal der Appetit.

Ich hatte also ein Problem und ich wusste es. Damit war ich in Phase 1 der Buyers Journey, wie sie HubSpot definiert: Awareness.

2. Phase: Consideration

Zuerst war ich gar nicht sicher, ob es tatsächlich Lebensmittelmotten waren, die in meiner Küche ihr Unwesen trieben, und auch wenn ich sicher gewesen wäre, hätte ich erstmal keine Lösung gewusst.

In dieser Phase 2 der Buyers Journey sammelt der Kunde typischerweise Informationen, um sein Problem genauer einzugrenzen und mögliche Lösungswege zu finden. Und das tut er, wie ich auch, über eine Internetsuche. Meine Suchbegriffe: „Lebensmittel Larven“ und, aus den schon erwähnten Gründen, der Begriff „bio“.

Mottenshop.de war hierzu das erste Suchergebnis. In den FAQ bot die Seite des Unternehmens unter anderem Bilder, die mir halfen, „meine“ Schädlinge eindeutig als Lebensmittellarven zu identifizieren.

Problem genau eingrenzen: Erledigt!

Außerdem informierte mich die Seite darüber, dass zur biologischen Bekämpfung meines Problems der Einsatz winziger Nützlinge ratsam sein, deren Eier in kleinen Pappumschlägen erworben werden können und einfach in die betroffenen Schrankfächer gelegt werden. Dort schlüpfen die Nützlinge, vertilgen die Schädlinge und machen sich anschließend aus dem Staub.

Lösungsweg genau eingrenzen: Erledigt!

3. Phase: Decision

In der dritten Phase - Decision - angelangt, habe ich wie alle Kunden in diesem Stadium des Kaufprozesses überlegt, ob das gefundene Produkt wirklich das Richtige ist.

Ich habe ehrlich gesagt auch noch einmal gegoogled, um billigere Anbieter zu finden, denn Schlupfwespen sind, ganz unter uns, recht teure Helfer. Weil die Preise der Konkurrenz aber nicht deutlich billiger waren und ich mich auf der Shopseite gut beraten fühlte, klickte ich dann recht schnell den Kauf-Button.

4. Phase: Delight

Ganz ehrlich: Mottenshop.de hat keinen speziellen Content für diese Phase nach dem Kauf, in der HubSpot empfiehlt, den Kunden mit speziellen Inhalten wie Tutorials noch stärker an sich zu binden.

Ich folge dem Shop auch nicht auf Social Media oder ähnlichen Kanälen, weil ich hoffe, dass das Thema Mottenbekämpfung so schnell nicht wieder aktuell wird.

Ich bin aber trotzdem zum Weiterempfehler und Fan dieses Onlineshops geworden, und das aus zwei Gründen (vgl. dazu: Weiterempfehlungen als Maßstab für Kundenzufriedenheit)

1. Zufriedenheit mit dem Produkt

Am allerwichtigsten: Das Produkt hatte die versprochene Wirkung. Die Motten sind weg, dem morgendlichen Müsligenuss steht nichts mehr im Wege. Natürlich empfiehlt man so ein Produkt gerne weiter. 

2. Zufriedenheit mit dem Content

Wenn jetzt jemand aus meinem Bekanntenkreis erzählt, er hätte ein Mottenproblem, könnte ich sagen: „Google doch mal nach Schlupfwespen, das sind so Nützlinge, mit denen man die Viecher los wird.“
Wahrscheinlich würde er oder sie dann auch bei einem anderen "Schlupfwespen-Versand" die benötigten Nützlinge erhalten. Ich empfehle aber explizit Mottenshop.de.
Warum? Weil ich weiß, dass das Produkt dort sehr verständlich (und unterhaltsam!) erklärt wird und sämtliche Fragen, die rundherum auftauchen, in den FAQs ausführlich beantwortet werden.
Ich habe mich dort – obwohl ich nie mit jemandem aus dem Kundenservice Kontakt hatte – gut beraten gefühlt und hatte den Eindruck, dass man mir tatsächlich bei der Lösung eines Problems helfen will, nicht nur bei der Erleichterung meines Geldbeutels.

Die Takeaways:

  • Schlupfwespen sind tolle Tiere, denen ich immer dankbar sein werde.
  • Content Marketing ist kein moderner Marketing-Hype, aber auch nicht nur "alter Wein in neuen Schläuchen". 

Es ist ein Prinzip, dessen Wirksamkeit ich an mir selber erfahren habe, BEVOR ich begann, mich beruflich damit zu beschäftigen. Und genau deshalb bin ich von seiner Wirksamkeit so überzeugt.

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Veröffentlicht am 12.09.2014 und zuletzt aktualisiert am 06.02.2017

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