Die Macht der Bilder

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Der gekonnte Einsatz von Bildern ist ein probates Mittel, um die Aufmerksamkeit eines Lesers zu erregen. Zugleich ist dies oftmals relativ schwer umzusetzen.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Das ist keine leere Phrase. Wir leben in einer Welt der Bilder. Es ist kein Zufall, wenn zu Wahlkampfzeiten eine Parteizentrale mit einem kommentarlosen Bild einer gewissen Geste geschmückt wird und sich US-Präsidenten beim Sport ablichten lassen.

Das Gehirn verarbeitet zu rund 90 Prozent visuelle Informationen und das ca 60.000 mal so schnell wie Text. Kein Wunder, dass mehr als die Hälfte der online geteilten Inhalte sind Bildinformationen sind.

Siehe dazu auch: Landing-Page? Was ist das?

Richtig eingesetzt, können Bilder Ihre Unternehmensseite glaubwürdiger machen und Leser dazu verleiten, einen Artikel anzuklicken und bis zum Ende durchzulesen.

Die Verwendung von Bildern zur visuellen Unterstützung des Geschriebenen gehört daher mittlerweile längst nicht mehr nur zum guten Ton – sie ist quasi schon Pflicht.

Woher nehmen und nicht stehlen

Ein gutes Bild für einen Blogpost zu finden, kann schnell zu einer langwierigen Angelegenheit werden. Google – vermeintlich die Antwort auf alle Fragen – hilft hier nur bedingt. Es sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass es keine gute Idee ist, ein gefundenes Bild einfach zu speichern und selbst zu verwenden. Zwar bietet die Suchmaschine eine sehr ausgefeilte Bildersuchfunktion, mit der man unter anderem gezielt auch nach Nutzungsrechten filtern kann, wie bspw. "frei zu nutzen, weiterzugeben oder zu verändern – auch für kommerzielle Zwecke". Daraus ergibt sich jedoch noch lange kein Freibrief. Man kann oftmals einfach nicht wissen, ob derjenige, der das Bild so gekennzeichnet hat, überhaupt das Recht an dem Bild besitzt.

Fotolia, iStock und co

Eine Möglichkeit ist es, eine der zahlreichen Anbieter von Stockfotos zu konsultieren. Hier kann man sich für einen relativ geringen Betrag (meistens ca. € 1,30) Nutzungsrechte an einem Bild erwerben. Das bedeutet jedoch nicht, dass einem das Bild dann gehört und man damit machen kann was man will.

Die Verwendung ist meist (je nach Lizenz) an eine korrekte Nennung des Urhebers, also des Fotografen und der Herkunft (der Anbieter) gekoppelt. In den meisten Fällen bedeutet das jedoch auch, dass man diese Bilder nicht in sozialen Netzwerken verwenden sollte, da man hier der jeweiligen Plattform zwangsweise eine Unterlizenz vergibt.

Dazu kommt, dass sehr viele Seiten solche Stock-Fotos verwenden und die Bilder dadurch sehr häufig im Internet zu sehen sind. Sehr viele der typischen Stock-Motive sind dadurch nahezu allgegenwärtig, so dass die Wirkung eines solchen Bildes eher ins Gegenteil umschlägt.

Und um ehrlich zu sein: Ich persönlich kann diese Bilder von freundlich lächelnden Headset tragenden Call-Center-Bediensteten, Hackern mit Skimützen und Menschen, die in der Luft schwebende virtuelle Buttons drücken nicht mehr sehen. Für mich sind solche Klischee-Bilder häufig sogar ein Grund, einen Artikel nicht zu lesen.

Die Alternative: Kostenlose Bilddatenbanken

Es gibt eine Reihe von Datenbanken, die ihre Bilder zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung stellen. Diese unterscheiden sich meist wohltuend von den typischen Stock-Fotos.

Ein paar Beispiele

  • Die Seite "New Old Stock" bietet beispielsweise sehr viele alte Fotos an, die frei von bekannten Urheberrechtsbeschränkungen sind. Es handelt sich dabei in der Regel um gemeinfreie Werke, bei denen das Urheberrecht bereits abgelaufen ist.
  • morguefile bietet Fotos an, die zum Teil ohne Nennung eines Urhebers verwendet werden können
  • unsplash veröffentlicht alle zehn Tage zehn neue hochqualitative Fotos unter der CC0-Lizenz
  • pixabay stellt ebenfalls kostenlose Bilder zur Verfügung

Auch bei kostenlosen Anbietern gilt es jedoch zu beachten, dass man sich nicht 100 prozentig sicher sein kann, ob der Anbieter überhaupt das Recht hat, diese Fotos zur Verfügung zu stellen. Eine Garantie bzw. eine Haftung seitens der Anbieter gibt es nicht (was angesichts des kostenlosen Services auch irgendwie verständlich ist). Es sei auch geraten, sich die Nutzungsbedingungen sehr genau durchzulesen. Auch eine Creative-Commons-Lizenz heißt nicht automatisch, dass man mit einem Bild tun kann, was man möchte. Denn auch hier gibt es in der Regel genaue Vorschriften, was man mit einem Bild tun darf und was nicht.

Eigene Fotos erstellen

Möchte man wirklich sicher gehen, führt eigentlich kein Weg daran vorbei, seine Fotos selbst zu schießen. Das klingt zunächst aufwändiger als es eigentlich ist. Heutzutage lassen sich selbst mit einem Smartphone schon tolle Ergebnisse erzielen.

Zwei Beispiele:

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Bilder mit weißem Hintergrund – quick and dirty

Hier bei HOPPE7 verwenden wir eine eigene Bildsprache: Wir verwenden ausschließlich Bilder mit weißem Hintergrund, die den Eindruck von freistehenden Objekten vermitteln und in einem metaphorischen Sinne den Inhalt eines Artikels widerspiegeln. Dabei mussten wir bisher sehr häufig auf Bilder von Fotolia oder iStock zurückgreifen.

Da das Ganze natürlich auch einen finanziellen Aspekt hat, haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, wie wir solche Bilder ohne großen Aufwand selber erstellen könnten.

Wie sich herausstellte, ist das gar nicht so schwer. Was wir dazu brauchen sind ein paar Lampen, ein Stück Papier von einer Flipchart, Klebeband und eine Kamera.

Das Papier kleben wir mit Klebestreifen an der Wand und an einem Tisch fest, so dass ein sanfter Bogen entsteht. Auf dem Papier positionieren wir das zu fotografierende Objekt – in diesem Beispiel ein Zauberwürfel. Danach positionieren wir links und rechts eine Lampe, die das Papier gleichmässig ausleuchten. Eine dritte Lampe leuchtet den Zauberwürfel von schräg oben aus.

aufbau-klein

Da bei diesem Beispiel gerade keine Spiegelreflexkamera zu Hand war, fotografierten wir den Zauberwürfel mit einer normalen Minikamera und stellen dabei eine maximale Bildhelligkeit ein.

zauberwuerfel1

Schon der erste Versuch wirkt eigentlich ganz vielversprechend. Allerdings ist der Hintergrund noch nicht 100 prozentig weiß.

Also bearbeiten wir das Bild noch kurz mit Hilfe des kostenlosen Bildbearbeitungsprogramms Gimp. (Photoshop geht natürlich auch).

Um die Dateigröße so gering wie möglich zu halten, schneiden wir die überschüssige weiße Fläche am Rand zunächst zurecht.

Danach führen wir eine Tonwertkorrektur durch.

tonwertkorrektur

Mit Hilfe der Pipette definieren wir, was auf dem Bild weiß sein soll und erhöhen noch ein wenig den Kontrast, um die Farben kräftiger zu machen.

Et voilá:

zauberwuerfel2

Ein Bild, das wir verwenden dürfen, wie und wo wir wollen für null Euro bei einem Zeitaufwand von zehn Minuten.

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Veröffentlicht am 29.07.2014 und zuletzt aktualisiert am 01.08.2016

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