Körpersprache: Erfolg mit bewusster Gestik

Erfolg durch bewusste GestikViel Spott erntete Angela Merkel in der Vergangenheit für die, inzwischen für sie so charakteristisch gewordene, Geste, bei der die Hände mit der Innenfläche so vor dem Bauch gehalten werden, dass die Daumen und Zeigefinger sich an den Spitzen berühren.

In der nonverbalen Kommunikation wird diese Geste "Eisbrecher" genannt. Doch mittlerweile hat diese Geste als „Merkel-Dach“ oder „Merkelizer“ Geschichte geschrieben, wurde oft kopiert und steht weltweit für Besonnenheit und die Fähigkeit, die Dinge zusammenzuführen.

Was auch immer Frau Merkel mit dieser Geste ausdrücken wollte, eines war sie sicher nicht: Eine zufällige, unbewusste Handhaltung. Denn gerade Politiker, die fast permanent in der Öffentlichkeit und unter Beobachtung stehen wissen sehr genau, wie wichtig eine bewusste und gezielte Gestik ist.

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Die Bedeutung der richtigen Gestik im Verkaufsgespräch

Schon in früheren Blogposts haben wir auf die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation und den Einfluss der Körpersprache auf einen positiven Gesprächsverlauf hingewiesen.

Wenn nun in einem Gespräch die Körpersprache beeindruckende ca. 55% der Wirkung auf den Gesprächspartner bestimmt, drängt sich die Frage auf: wie können Sie das für sich nutzen? 

Indem Sie von Angela Merkel und Co. lernen mit gezielter, bewusster Gestik zu arbeiten und Ihre Körpersprache aktiv einsetzen, um Ihre Ziele zu erreichen.

Denn, wie es ein amerikanisches Sprichwort so schön sagt: „Die Leiter des Erfolges kann man nicht mit den Händen in den Hosentaschen erklimmen.“

Gesten bewusst einsetzen

Die Gestik umfasst alle körperlichen Signale die nicht mit dem Gesicht sondern mit dem Körper gesendet werden. Sie dient dazu, das verbal Gesagte sinnvoll zu untermalen oder zu verstärken.

Dabei zählt sowohl die bewusste als auch die unbewusste Körpersprache zur Gestik. Das kann der bewusste Händedruck zur Begrüßung sein oder aber das ablehnende Verschränken der Arme, das man unbewusst im Meeting einsetzt, weil man einen Vorschlag innerlich ablehnt.

So wie der oberlehrerhaft erhobene Zeigefinger stets negativ wirkt, gibt es aber auch Gesten, die positiv wirken, das Gesagte verstärken und uns helfen, einen bleibenden und souveränen Eindruck zu hinterlassen.

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die von Natur aus ein sehr „lebhafter“ Sprecher sind, dann achten Sie mal bewusst auf Ihre Körpersprache, denn auch ein Zuviel an Körpersprache wirkt negativ.

Sie bewegen Ihre Arme und Hände beim Sprechen kaum, sind also eher ein „statischer“ Redner? Dann studieren Sie eine Person, die Sie rhetorisch überzeugend finden:

  • Wie und wann wird welche Geste eingesetzt?
  • Und wie wirkt das auf Sie als Zuhörer?

Sie wollen diese Wirkung auf Ihr gegenüber auch erzielen? Dann versuchen Sie doch mal, eine der folgenden Gesten beispielsweise in einem Verkaufsgespräch ganz gezielt einzusetzen:

Geste der Offenheit und Wertschätzung

Gehen Sie bei der Begrüßung eines Kunden mit offenen Händen und nach oben gerichteten Handflächen auf ihn zu um ihm zu signalisieren, dass Sie aufrichtig und in guter Absicht sind.

Im Gespräch eingesetzt zeigen Sie Ihrem Gegenüber mit dieser Geste zugleich Stärke als auch Kompromissbereitschaft.

Geste des Zugeständnisses

Legen Sie Ihre rechte Hand flach vor Ihre Brust, um Ihrem Gegenüber zu signalisieren, dass Sie zu Zugeständnissen und Kompromissen bereit sind, ihm also entgegenkommen wollen. Auch um eigene Fehler einzugestehen oder ein Missverständnis aufzuklären ist diese Geste geeignet.

Geste der Zuwendung

Die Pyramidenhaltung der Hände mit aneinandergelegten Fingerkuppen signalisiert, dass Sie sich dem Anderen explizit zuwenden und nach Berührungspunkten suchen.

Vielleicht ist es Ihnen beim Lesen schon aufgefallen: Diese Gesten werden in der Bewegung von unten nach oben ausgeführt bzw. deuten nach oben und erzielen auch dadurch eine positive Wirkung.

Im Umkehrschluss erzielt abwärts gewandte Gestik stets einen negativen Effekt und sollte vermieden werden.

Tipps zur konkreten Anwendung

Versuchen Sie doch im nächsten Gespräch, ganz bewusst darauf zu achten, wo sich Ihre Hände in welcher Situation befinden und versuchen Sie, die folgenden Punkte zu beachten:

  • Halten Sie Gegenstände, die Sie mit sich tragen (Handy, Tablet, Block o.Ä.) nicht direkt vor dem Körper oder gar an Ihren Bauch gepresst. Das wirkt unsicher und defensiv. Wenn Sie etwas in der Hand haben, dann am besten offen an der Seite.
  • Fassen Sie sich während eines Gesprächs möglichst nicht ins Gesicht! (Frauen z. B. nicht an die Ohrläppchen oder in die Haare)
    Die Hand oder auch ein einzelner Finger vor dem Mund oder an der Nase wird oft als Indiz für eine Lüge gedeutet.
  • Die „Denker-Geste“ mit der Hand am Kinn wirkt leicht überheblich.
  • Der in den Nacken gelegte Kopf mit dahinter verschränkten Händen ist eine Dominanz-Geste, die von Ihrem Gesprächspartner als unangenehm und unangebracht auffallen kann. Zudem kann sie Schweißränder unter den Achseln offenbaren, was wenig beeindruckend für das Gegenüber ist.
  • Flusen von der Kleidung zu zupfen oder an Hemdkragen oder den Manschetten zu spielen signalisiert Unsicherheit oder kann als gelangweiltes Desinteresse interpretiert werden.
  • Wenden Sie Ihrem Gesprächspartner nicht nur Ihr Gesicht, sondern auch Ihren ganzen Körper zu, um zu vermeiden, desinteressiert zu wirken.  
  • All Ihre Gesten sollten immer zwischen Schulterhöhe und Gürtellinie stattfinden.
    Alles was darüber stattfindet wirkt zu aggressiv, zu niedrige Gestik dagegen passiv und eingeschüchtert.

Bitte nicht übertreiben!

Eine überzeugende und gewinnende Körpersprache kann man üben und trainieren. Es gilt aber auch immer darauf zu achten, dass einstudierte Bewegungen natürlich und niemals übertrieben oder aufgesetzt wirken.

Genau wie bei einem guten Schauspieler sollten auch Sie und Ihre Bewegungen stets authentisch und spontan wirken, damit Sie an Glaubwürdigkeit gewinnen und nicht genau das Gegenteil bewirken.

Wenn Sie gerade einmal nicht wissen, wohin mit Ihren Händen?

Dann legen Sie sie im Sitzen ganz entspannt, mit den Handflächen nach oben in den Schoß bzw. lassen sie im Stehen locker seitlich hängen.

Denn das ist immer noch das allerwichtigste für eine gute und positive Körpersprache:

Einfach locker bleiben!

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Veröffentlicht am 16.06.2014 und zuletzt aktualisiert am 20.02.2017

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