Führungsqualität durch Selbstreflexion

selbstreflexionIhre Entwicklung als Führungskraft und die Art und Weise, wie Sie ein Team führen, hängt natürlich zu einem großen Teil von Ihnen selbst ab.

Peter Fuda und Richard Badham, Professoren an der Macquarie Graduate School of Management haben die Karrieren und das Wirken erfolgreicher CEO´s untersucht. Dabei fanden Sie heraus, dass diese Führungskräfte vier Kerneigenschaften gemeinsam haben. Dazu zählt neben Ehrgeiz, Authentizität und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen auch die Fähigkeit zur Selbstreflexion dazu.

Selbstreflexion ist also eine wesentlich Führungsqualität. Aber wie gelingt einem der Blick von außen auf den eigenen Führungsstil? Wie bringt man den Prozess der inneren Einsicht in Gang?

Im Dossier „Führung“ der Zeitschrift Wirtschaftspsychologie aktuell werden folgende Prinzipien der Selbstbetrachtung genannt, die Ihnen dabei helfen können, Ihren Führungsstil zu verbessern: 

Anregung zum Erzählen

Kommen Sie mit sich selbst ins Gespräch! Nehmen Sie sich jeden Abend ein paar Minuten Zeit, um sich selbst zu erzählen, wie Sie den vergangenen Tag erlebt haben. Lassen Sie in die Beschreibung Ihrer Erfahrungen ruhig auch Ihre eigenen Gefühle und Gedanken in der jeweiligen Situation einfließen.

Das Erzählen regt eine gesunde Selbsteinschätzung wesentlich besser an als eine wissenschaftliche Ursache-Wirkungs-Analyse! Und da das Denken und Fühlen selten linear verläuft, muss auch Ihre Erzählung nicht chronologisch erfolgen. Fangen Sie mit den Punkten an, die Sie am meisten beschäftigt oder belastet haben, mit den Situationen, in denen Sie emotional beteiligt und gefordert waren! 

Methoden einsetzen

Selbstreflexion kann schnell in unkontrolliertem und ziellosem Grübeln enden. Um das zu vermeiden, sollten Sie zu altbewährten Methoden greifen.

Schreibübungen und Gespräche können Ihnen helfen, Ihr Denken zu objektivieren. Fragen Sie sich doch einmal selbst, was Ihr Team wohl von Ihnen als Führungskraft erwartet!

Man unterscheidet sechs verschiedene Führungsstile

  • Direktiv: Der Vorgesetzte erwartet, dass der Mitarbeiter seine Anweisungen uneingeschränkt befolgt.
  • Visionär: Der Vorgesetzte entwickelt den Mitarbeiter langfristig und zeigt ihm Perspektiven auf.
  • Zusammenhalt fördernd: Der Vorgesetzte legt viel Wert auf ein harmonisches Miteinander.
  • Partizipativ: Der Vorgesetzte legt Wert auf das gemeinsame Entwickeln von Ideen.
  • Perfektionistisch: Der Vorgesetzte erwartet Aufgabenerfüllung auf höchstem Niveau.
  • Coachend: Der Vorgesetzte legt Wert auf die berufliche Entwicklung der Angestellten. 

Studien haben gezeigt, dass ein Manager umso erfolgreicher ist, und auch das Betriebsklima umso besser ist, je mehr dieser Führungsstile er vereint.

Gibt es einen Stil, den Sie überwiegend ausüben? Oder eine Art der Führung, die Ihre Mitarbeiter sich wünschen? Sorgt Ihr dominierender Führungsstil für ein leistungsförderndes und motivierendes Arbeitsklima?

Kurzer Selbsttest

Diese Checkliste hilft Ihnen, Ihre eigene Führungskompetenz zu überprüfen:

  • Erledige ich unangenehme Aufgaben selbst oder delegiere ich diese gerne an Mitarbeiter?
  • Halte ich alle meine Versprechen und verspreche auch nur, was ich sicher einhalten kann?
  • Behalte ich vertraulich Erzähltes immer für mich?
  • Spreche ich einen Mangel an Leistung oder Fehlverhalten von Mitarbeitern offen an?
  • Spreche ich über Abwesende nie negativ und verlange dies auch von meinen Mitarbeitern?
  • Bin ich mir meiner Grenzen bewusst?
  • Kenne ich meine eigenen Stärken und Defizite?
  • Weiß ich um meine Wirkung auf Mitarbeiter, Führungskollegen und Vorgesetzte? 

Versuchen Sie, diese Fragen so objektiv wie möglich zu beantworten!

Idealerweise verifizieren Sie Ihre eigenen Bewertungen anschließend, indem Sie Ihre Mitarbeiter nach deren Einschätzung fragen.

Weichen die verschiedenen Beurteilungen stark voneinander ab? Wenn ja, versuchen Sie die Ursache dafür zu finden. Diese kann sowohl persönlicher als auch systemischer Natur sein.

Sollte die Diskrepanz allzu groß sein und Sie das Gefühl haben, sich punktuell verändern zu müssen, suchen Sie nach Lösungsprozessen, die Sie alsbald anstoßen und dann auch regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin kontrollieren sollten.

Positiv verstärken

Bestärken Sie sich in Ihrem ehrlichen Nachdenken über sich selbst. Führungspersonal bekommt oft nur von außen gefiltertes Lob zu hören oder muss sich Anerkennung indirekt über gute Zahlen und Ergebnisse holen.

Loben Sie sich deshalb selbst und verstärken Sie Ihre Lernhaltung und -bereitschaft: „Es ist gut, dass ich mich so mit mir selbst auseinandersetze!“ oder „Dadurch, dass ich mein eigenes Verhalten ergründe, kann ich auch meine Mitarbeiter und deren Handeln und Absichten besser verstehen“. 

Sich austauschen

Sich einen Gesprächspartner zu suchen, der sich Zeit nimmt und gut zuhört, kann für die Selbstreflexion Gold wert sein. Ob dieser Austausch nun mit einem Kollegen, einem Coach oder einem Freund stattfindet, oftmals erkennt man die Bedeutung bestimmter Gedanken oder die Wirkung eigenen Handelns erst im Gedankenaustausch mit einem objektiven Gegenüber.

Künftig lernen Damit die Selbstreflexion greift und an den richtigen Stellen zu einem Umdenken und Verhaltensänderungen führt, gibt es nur zwei Dinge, die von Bedeutung sind: Für die Zukunft lernen und aktiv werden.

Belassen Sie es nicht bei theoretischer Denkarbeit sondern setzen Sie die Schlussfolgerungen, zu denen Sie im Rahmen Ihrer Selbstanalyse gekommen sind, auch in die Tat um!

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Veröffentlicht am 30.07.2014 und zuletzt aktualisiert am 21.07.2016

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