Hochwertiger Content – Auch Texte brauchen Liebe

Hochwertiger Content – Auch Texte brauchen LiebeEin Flügelschlag und schon ist es vorbei. Dennoch bleibt der Moment für immer im Gedächtnis. Unauslöschbar.
Hach ja, ein wenig sentimental wird man schon, wenn man an sein erstes Mal denkt, nicht wahr?

Man vergisst es nie. Es brennt sich ein und egal, wieviel Zeit auch vergehen mag: Es bleibt immer etwas Besonderes.

Bevor Sie jetzt was Falsches denken: Ich meine hier nicht den ersten Kuss oder andere Zärtlichkeiten!
Jeder, dessen Beruf und idealerweise auch Passion das Schreiben ist, wird sich an seinen ersten Text erinnern, auf den er stolz war.

Warum ist ein Autor stolz auf sein Geschriebenes?

Vielleicht, weil er Lob für seinen Text bekommen hat. Oder weil der Artikel auffallend häufig gelesen oder in einem besonders hochwertigen Medium veröffentlicht wurde. Oder weil er den Text mit ehrlicher Begeisterung verfasst hat.

Bei mir war es überwiegend Letzteres. Das Gefühl von damals trage ich mit. Für mich ist es wertvoll, denn es hilft mir heute oft, hochwertigen Content zu produzieren.

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Dem (Texter-)Himmel so nah

Es war ein sonniger Tag im Juli. Blauer Himmel, weiße Wattewölkchen und der gigantischste Ausblick, den ich bis dato genießen durfte: Ich sah auf rote Altstadt-Dächer und wenn ich 105 Meter nach unten blickte, auf das mittelalterliche Regensburger Kopfsteinpflaster.

Ich war damals 23 Jahre alt und freie Mitarbeiterin bei der hiesigen Tageszeitung. Meine Mission: Eine Reportage über die immerwährende Baustelle am Dom St. Peter und den wahrscheinlich luftigsten Arbeitsplatz der Stadt.

Meine Reportage über die Restaurationsarbeiten an den Regensburger Domtürmen sollte eine ganze Seite umfassen! Eine GANZE Seite!!! In der Samstagsausgabe!!!

Wenn ich daran zurückdenke, spüre ich immer noch den aufkeimenden Stolz, der mich damals gefühlte 10 Zentimeter größer hat werden lassen. Sicher. Bauarbeiten an einer alten Kirche sind kein Thema, das die Welt bewegt. Für den gemeinen Regensburger aber durchaus eines, das auf Interesse stößt – und deshalb ganz gerne gelesen wird.

Mich selbst haben diese Momente dort oben am Dom bewegt. Es war ein außerordentliches Gefühl und ich war froh, es erleben zu dürfen. Offenbar habe ich es geschafft, einen guten Teil meiner persönlichen Begeisterung in den Artikel zu transferieren.

Zumindest habe ich viel Lob für den Text bekommen und mir selbst gefällt er auch nach nunmehr 15 Jahren noch gut (zumindest unter dem Aspekt, dass ich damals noch kaum Schreiberfahrung hatte).

Auch Texte haben Gefühle

Natürlich ist dieser Zwischentitel nicht ganz korrekt. Vielleicht muss man es anders ausdrücken: Hochwertiger Content lebt von der Begeisterung oder zumindest dem ehrlichen Interesse seiner Autoren.

Jedem Texter wird es irgendwann schon so ergangen sein: Es liegt ein Thema auf dem Tisch, das einen nicht wirklich juckt. Eines, das man ganz gerne noch ein wenig hinausschiebt, wenn es der Redaktionskalender zulässt. Aber durchaus auch eines, das rein aus SEO-Gründen relevant ist und irgendwie deshalb auch immer dringlich.

Wie geht diese Geschichte weiter? Nun, der Autor nimmt sich irgendwann zähneknirschend des Themas an und schreibt hier ein wenig, dort ein wenig und quält sich mehr oder weniger durch.

Am Ende steht da dann ein Textwerk mit den relevanten Schlüsselbegriffen versehen, grammatikalisch und satzbautechnisch fehlerfrei (oder zumindest fehlerarm) und so lieblos verfasst, dass der Text (hätte er denn Gefühle) einem schon fast Leid tun könnte.

Der Leser merkt das. Ein Text, in dem kein Funken Begeisterung von Seiten des Verfassers steckt, strahlt diese fehlende Emotion aus. Hochwertiger Content geht anders.

Texte mit Persönlichkeit sind einzigartig

Um ganz ehrlich zu sein: Mein Artikel über den Regensburger Dom war im Grunde nicht wirklich gut geschrieben. Man merkte ihm meine Unerfahrenheit an. Zwischendrin holperte es ein wenig, hier und da versteckte sich ein Rechtschreibfehler oder eine kleine Schwäche im Satzbau.

Trotzdem war er auf seine Weise hochwertig und einzigartig. Weil meine persönliche Begeisterung aus jeder Zeile gesprungen ist. Da steckte etwas dahinter! Der Wille, diese freudigen Gefühle mit den Lesern zu teilen.

Der Artikel war ehrlich. Wenn ich jetzt beim Schreiben genauer darüber nachdenke, bin ich mir nicht mal mehr sicher, ob ihn all diejenigen, die mich dafür gelobt haben, dies wirklich so gemeint haben – oder ob sie mich einfach in meiner Begeisterung unterstützen wollten. Aber das ist im nachhinein auch fast unerheblich, denn mein persönlicher Mehrwert liegt woanders: In der Erinnerung an das Gefühl, auf einen Artikel stolz zu sein und ihn mit purer Freude verfasst zu haben.

Diese Emotion versuche ich immer zu reaktivieren, wenn ich vor einem Thema sitze, das meinen persönlichen Nerv nicht trifft. Es gelingt mir nicht immer, aber manchmal eben schon. Heraus kommt dann häufig eine kleine Überraschung: Nämlich die Erkenntnis, dass manche Themen doch ganz spannend sind, wenn man ihnen nur eine Chance gibt.

Wie gesagt, man merkt einem Text die Lieblosigkeit seines Verfassers an.

Im digitalen Zeitalter, in dem Content Marketing immer wichtiger wird und Inhalte schon fast nicht mehr König, sondern Kaiser sind, müssen Autoren ihren Texten Seele geben. Und das gelingt nur, wenn sie selbst Freude am Schreiben haben.

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Veröffentlicht am 18.02.2016 und zuletzt aktualisiert am 20.03.2017

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