Influencer Marketing und meine persönliche Kaufentscheidung

influencer-marketingVor kurzem habe ich hier auf unserem Blog einen Beitrag über Influencer Marketing verfasst. Der Tenor des Artikels: Es macht Sinn, Meinungsmacher für die Vermarktung des eigenen Produkts zu gewinnen.

Wer im Marketing arbeitet, denkt manchmal, selbst relativ immun gegen die ein oder andere Strategie zu sein. Zumindest hält man sich für werberesistenter als den Durchschnittskonsumenten.

Ehrlicherweise war das bei diesem Thema auch bei mir der Fall. Ich dachte mir: “Andere ja. Aber ich selbst doch nicht! Meine Kaufkraft kann man nicht so leicht in eine bestimmte Richtung lenken!” Pustekuchen.

Irgendwann beim Schreiben fiel mir ein Produkt ein, dass ich wahrscheinlich nicht gekauft hätte, wäre es nicht von jemandem empfohlen worden, dessen Stimme für mich Gewicht hat.

Und dann fiel mir noch eines ein – und noch eines.

"Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten… treibt mich in den Wahnsinn."

Als ich allein den Namen des Blogs vor etwa einem Jahr zum ersten Mal gelesen hatte, hat er mir aus der Seele gesprochen.

Ich bin Mutter zweier Kinder und mir war klar: Hier schreibt jemand, der die Sache auf den Punkt bringt. Auf meinen ganz persönlichen Punkt.

Vom No-Name zum Influencer

Zudem waren mir die Autorinnen wohlbekannt: Seit einigen Jahren bewege ich mich mehr oder weniger intensiv in einem Eltern-Forum.

Zwei der Nutzerinnen hatten sich innerhalb dieser Gemeinde im Laufe der Zeit einen Status erarbeitet, der dem eines Influencers schon mehr als nahe kommt. Das gelang ihnen, durch regelmäßiges Posten eigener Beiträge und Erfahrungen.

Aber mehr noch, indem sie auf Kosten eines extrem hohen eigenen Zeitaufwandes (Haben die überhaupt noch ein eigenes Leben?) geduldig und in aller Ausführlichkeit, Fragen anderer User beantwortet haben, rege an Diskussionen teilgenommen haben usw.

Sie haben einen Standpunkt bezogen, eine Art “persönliches Erziehungsmodell” propagiert und schließlich ihre eigene Website ins Leben gerufen. Diese habe ich erst nicht beachtet. Erziehungsratgeber sind eigentlich nicht mein Ding - und was ich im Forum ab und an lese, reicht mir völlig. Habe ich gedacht.

Bis ich dann doch einmal auf die Seite geschaut habe (schließlich kennt man sich ja und vielleicht findet sich dort ja doch etwas Brauchbares?)

Der Blog auf dieser Seite wird intensivst gelesen – und schon lange nicht mehr nur von besagten Forumsnutzerinnen wie ich es bin. Zugriffsszahlen von mehreren hunderttausend Besuchern monatlich sind mittlerweile die Regel. Und die Absprungsrate von um die 0,2 Prozent ist lächerlich gering.

Diese beiden Frauen schreiben häufig über Produkte, die sie überzeugen. Ob das nun in Absprache mit den Marketingabteilungen der jeweiligen Artikel vonstatten geht oder nicht, weiß ich nicht. Es ist mir auch egal. Das, was hier wichtig ist, passiert nämlich unabhängig davon: Ihre Empfehlungen beeinflussen mich.

So sehr, dass sie auch meine Kaufentscheidung zu einem wesentlichen Teil mitbestimmen.

Im Detail:

Ich habe bereits ein bestimmtes Kinderbuch gekauft, das ich vorher noch nie auf dem Schirm hatte. Und die Locken meiner Tochter werden seit einigen Monaten ausschließlich mit dem Tangle Teezer gebürstet.

Um ehrlich zu sein, könnte ich hier noch zwei oder drei weitere Dinge aufzählen, die im Lauf der Zeit in meinem Einkaufskorb gelandet sind, weil besagte Damen diese empfohlen haben - bzw. mir schlüssig dargelegt haben, warum sie gerade dieses Produkt gut finden.

Mehrwert und Co.: Schlüsselbegriffe des Marketing

Hier gibt es also eine Stimme, die für mich persönlich Gewicht hat. Diese Stimme ist fähig, meine Kaufentscheidung zu lenken - zum Teil zumindest. Ich habe darüber nachgedacht, warum das so ist:

-Das, was diese beiden Frauen schreiben und wie sie es tun, liegt mir. Mit ihren Inhalten liegen sie auf meiner ganz persönlichen Wellenlänge. (Genaue Zielgruppenansprache)

-Ich fühle mich ihnen auf eine bestimmte Weise nahe – schließlich “kenne” ich sie aus etlichen Forumsbegegnungen. Zudem basieren ihre Inhalte überwiegend auf selbst Erlebtem. (Vertrauen)

-Ich habe den Eindruck gewonnen, dass diese beiden Influencerinnen absolute Expertinnen “ihres Fachs” sind. Dieser Eindruck ist über Jahre gewachsen, in denen ich ihre Beiträge in besagtem Elternforum verfolgt habe, und setzt sich stringent in ihrem Blog fort. (Expertenstatus)

-Ich vertraue ihnen, weil sie mir zumindest das Gefühl geben, dass sie selbst absolut überzeugt von ihren Ratschlägen und Empfehlungen sind. (Authentizität)

-Ich habe den Eindruck, durch das Lesen des Blogs etwas zu lernen, das sich positiv auf das Leben meiner Kinder auswirken könnte. Das gibt mir ein gutes Gefühl. (Emotion)

-Ich habe manchen Ratschlag, den ich auf dem Blog erhalten habe, erfolgreich umgesetzt und konnte dadurch das ein oder andere Problem lösen. (Mehrwert)

Zusammengefasst:

Genaue Zielgruppenansprache, Vertrauen, Expertenstatus, Authentizität, Emotion, Mehrwert. Jeder, der ein bisschen was von Marketing versteht, schlackert bei diesen Schlüsselbegriffen mit den Ohren.

Und ich habe tatsächlich geglaubt, ich sei immun gegen Influencer Marketing?

Haben Sie selbst auch schon auf Empfehlung eines Influencers gekauft - und sind sich dessen bisher vielleicht gar nicht bewusst gewesen? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare!

Kostenloses Whitepaper

Veröffentlicht am 03.12.2015 und zuletzt aktualisiert am 23.11.2016

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