Wie Sie aus jedem Kollegen einen Autor für Ihren Corporate Blog machen

Wie Sie aus jedem Ihrer Kollegen einen Blogger machenWie viele Mitarbeiter hat Ihr Unternehmen? 100? Wunderbar, dann haben Sie ja 100 potenzielle Autoren für Ihren Corporate Blog. Und wie viele der Kollegen schreiben tatsächlich? Drei? Vier? Mit so wenig Manpower regelmäßig, mehrmals pro Woche neue Blogposts zu veröffentlichen, ist natürlich schwer. Wenn dann noch Urlaubssaison ist oder eine Grippewelle das Büro überrollt, steht man ganz schnell alleine da. Die Lösung: Einfach mehr Kollegen für's Bloggen begeistern. Wie das geht? Wir zeigen es Ihnen:

Warum in die Ferne schweifen...

Ganz klar, bloggen fällt in der Regel in das Ressort des Marketings, beziehungsweise, so vorhanden, der Abteilung Content. Wenn die selbstgesteckten Ziele bezüglich der Bloggingfrequenz nicht gehalten werden können, folgen meist zwei Gedanken: Entweder braucht man in der Marketingabteilung mehr Personal oder externe Dienstleister oder Freelancer, die die nötigen Blogposts schreiben.

Beide Ansätze sind aber nur vermeintliche Problemlösungen: Extra jemanden einstellen, der beim Unternehmensblog unterstützt – das werden sich nur die allerwenigsten Firmen leisten können und wollen! Das Auslagern von Schreibarbeit hat zwar den Vorteil, dass man flexibel bleibt, ist aber auch kostenintensiv. Qualitativ hochwertige Texte bekommt man einfach nicht für 3 Cent pro Wort! Dazu kommt, dass externe Autoren aufwendig gebrieft werden müssen und selbst dann nie die gleiche Einsicht wie man selbst in die Buyer Personas, die richtige Ansprache und ähnliche Faktoren haben.

...wenn das Gute liegt so nah!

Wenn eine externe Lösung also nicht die gewünschte Erlösung ist, bleibt der Blick nach innen:

Die eigenen Kollegen könnten's richten. Und zwar nicht nur die aus dem Content Marketing Team! Vielmehr sollte auch der Vertrieb bloggen. Und die Produktion. Natürlich auch die Entwicklung. Und das Management? Aber klar doch!

Niemand sonst kennt schließlich Ihr Unternehmen so gut wie die Kollegen! Niemand sonst kann die USPs Ihrer Produkte so gut darstellen wie Ihre Entwickler. Kein noch so guter externer Texter kann Ihre Unternehmensphilosophie so gut erklären wie Ihr eigenes Management. Und Sie werden niemanden finden, der das Know-how, das hinter Ihren Dienstleistungen steckt, so gut vermitteln kann, wie Ihre eigenen Fachabteilungen!

Wie aber macht man nun aus den Kollegen Bloggern? Schließlich dürfte das Schreiben bei den allermeisten weder im Vorstellungsgespräch noch in der Stellenbeschreibung thematisiert worden sein. Und den letzten längeren Text haben sie wohl in der Schule bzw. im Studium verfasst.

Nicht verzagen, mit unseren Tipps machen Sie aus jedem Kollegen einen mindestens passablen Blogger!

Spread the word!

Wenn Sie und Ihr direktes Team den Blog bislang alleine und im stillen Kämmerlein organisiert und gemanaged haben, so brauchen Sie sich nicht wundern, wenn in den anderen Abteilungen zunächst noch gar kein rechtes Bewusstsein dafür herrscht.

Es mag absurd klingen, aber ich habe es tatsächlich schon erlebt, dass Unternehmen einen Blog betrieben (und das sogar ziemlich gut!), von dem einzelne Mitarbeiter noch nicht einmal wussten, dass er exisitiert!

Rühren Sie also aktiv die Werbetrommel – für den Blog als solchen und natürlich auch für Ihre Suche nach Autoren. Hier empfiehlt sich, mit einer Light-Version der umgekehrten Psychologie zu arbeiten: Wenn Sie durch die Gänge und jedem erklären, wie verzweifelt Sie sind, weil Sie so viel zu tun haben und es nicht schaffen, genug Blogposts zu schreiben und ob sich denn nicht einer der Kollegen erbarmen könnte, dann... wird wahrscheinlich gar nichts passieren.

Drehen Sie den Spieß lieber um und machen Sie den Kollegen ein unwiderstehliches Angebot: Mitarbeit an einem DER zukunftsträchtigsten Erfolgsprojekte des Unternehmens. On top die Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit als Experte auf seinem Gebiet zu präsentieren und so die eigene Online-Präsenz deutlich zu erhöhen. Und natürlich gratis Schulungen in Sachen professionelles Schreiben. Wer kann da noch nein sagen?

Apropos Experten:

(Berührungs-) Ängste abbauen

Wie bereits erwähnt: Das letzte Mal, dass Ihre Kollegen einen längeren Text geschrieben haben, dürfte in der Regel bereits einige Zeit her sein. Der Gedanke, sich nun darauf einzulassen, für den Unternehmensblog zu schreiben – also öffentlich für jedermann, vor allem aber für die eigenen Mitarbeiter, Kollegen und Kunden, sicht- und lesbar – kann tatsächlich etwas beängstigend sein.

Der erste Schritt, den Sie mit Ihren (hoffentlich zahlreichen) neuen Blogautoren gehen sollten, ist also das Abbauen von Ängsten:

Installieren Sie ein Sicherheitsnetz...

Zeigen Sie auf, dass sich natürlich jeder von ihnen gerne auch bereits in der Planungsphase einbringen kann. Aber das letztlich Sie für die Content Strategie verantwortlich sind und deshalb den Redaktionsplan schreiben. Ich für meinen Teil handhabe es zumindest so, dass ich, auch für selbstgewählte Themen, meinen Mit-Autoren hilfreiche Eckdaten wie Titel, Buyer Persona, Target Keyword, Meta Description und ähnliches zur Verfügung stelle. So wissen sie bereits bevor sie anfangen zu schreiben, wo die Reise hingehen soll. Man kann den Rahmen natürlich noch enger stecken und z.B. Kapitelüberschriften ergänzen. Je mehr Vorabinformationen Ihre neuen Schreiberlinge erhalten, um so mehr Sicherheit haben sie.

... und einen doppelten Boden

Manch einer mag auch aus Angst, sich mit ungelenken Formulierungen oder Rechtschreibfehlern komplett zu blamieren, davor zurückschrecken, sich freiwillig als Autor zu melden.

Dabei gehört das ja mit zu einem der großen Vorteile des Online Publishing: Im Gegensatz zu klassischen Printmedien, wo ein Fehler, sobald er gedruckt wurde, für immer schwarz auf weiß zu lesen ist, kann man online auch nachträglich noch einiges korrigieren und auch optimieren.

Außerdem muss man es ja gar nicht erst soweit kommen lassen: Bei uns jedenfalls herrscht das Vier-Augen-Prinzip und es geht kein Artikel online, ohne ihn dass nicht mindestens ein Kollege nochmals Korrektur gelesen hat! Und wenn nötig, dann dreht ein Text auch mal zwei oder drei Korrekturschleifen, bis alle Beteiligten wirklich zufrieden damit sind.

Das Wissen um diesen doppelten Boden dürfte Ihre Kollegen deutlich entspannter an die Sache rangehen lassen!

Flexibel und gleichzeitig gut organisiert

Wieviele Blogposts schreiben Sie zur Zeit selbst? Einen im Monat? Oder zwei? Gar jede Woche einen? Sich auf ein dermaßen hohes Pensum festzulegen, wird für Ihre Kollegen wahrscheinlich nicht möglich sein und unnötig abschrecken!

Seien Sie daher flexibel und treffen Sie notfalls auch lose Vereinbarungen wie "Also, je nachdem, wie Messe X und Veranstaltung Y laufen, kann ich Dir dazu zwei bis vier Artikel im Jahr schreiben". Jeder einzelne Blogpost, den Sie nicht selber schreiben müssen, hilft Ihnen! Und denken Sie immer daran: Für Ihre Kollegen ist das Schreiben eine zusätzliche Aufgabe, die sie irgendwie noch in ihren sicherlich sowieso schon engen Terminplan packen müssen. 

Seien Sie also flexibel in der Frage, wer wie viele Texte in welchem Zeitraum beisteuert.

Diese Flexibilität hat aber Grenzen: In dem Moment, wo Kollege A von der Messe zurückkommt und begeistert erzählt, dass er über das eine Panel einen Artikel schreiben möchte oder einen Branchenexperten kennengelernt hat, den er gerne interviewen möchte, ist es Zeit, verbindliche Absprachen zu treffen:

Bis wann kann der Text geliefert werden? Was einmal im Redaktionskalender steht, sollte für alle Beteiligten ein festes Commitment sein! (Dass Sie sowohl für die Anlieferung des Textes als auch für möglicherweise diverse Korrekturschleifen noch reichlich zeitlichen Puffer einbauen, versteht sich von selbst, oder? Ebenso, dass Sie sich davor hüten werden, den Kollegen von diesem Puffer zu erzählen...)

Und? Wie war ich?

Seit ich mich erinnern kann, schreibe ich. Und zwar mit Begeisterung und Leidenschaft. Daran hat sich auch in den Jahren, in denen das Schreiben fest zu meinem Beruf gehört, nichts verändert. Ich bin also per Definition ein "professioneller Schreiber" und bilde mir auch ein, meine Sache ganz gut zu machen. Wissen Sie, worüber ich mich trotzdem noch immer wie ein Schulkind freue? Über positives Feedback!

Wenn ich mich nun in die Situation eines Kollegen versetze, der eigentlich etwas völlig anderes macht und den ich mit ein wenig Überredungskunst dazu gebracht habe, einen Text für unseren Blog zu schreiben, dann weiß ich genau, was er braucht: Positives Feedback!

Und mit positivem Feedback meine ich nicht ein gönnerhaft dahingesprochenes "Ganz prima hast Du das gemacht! Geht doch!". Vielmehr sollte man sich, gerade am Anfang einer solchen Kooperation, die Zeit für ein kurzes Feedbackgespräch nehmen:
Was hat Ihnen an dem Text besonders gefallen? Konnte der Neu-Autor Ihre Vorgaben konstruktiv umsetzen oder müssen Sie hier Ihre Vorgehensweise ändern? Ist ein persönlicher Stil erkennbar? Und wie klappt die Einfühlung in die Buyer Persona?

Und wenn es sich noch nicht um den ganz großen Wurf handeln sollte? Dann dürfen Sie das selbstverständlich ansprechen. Aber bleiben Sie bitte immer freundlich, sachlich und vor allem konstruktiv! Die Zielgruppenansprache hat noch nicht so ganz geklappt? Dann überlegen Sie gemeinsam, wie der Kollege die Buyer Persona noch besser kennenlernen kann. Der Text ist inhaltlich gut, aber leider voller Flüchtigkeitsfehler? Dann finden Sie gemeinsam heraus, welche Rahmenbedingungen der Kollege für das produktive Bloggen braucht!

Denn eines ist klar: Wenn Sie es schaffen, Ihre Kollegen für das Projekt Unternehmensblog zu begeistern und den Spaß an der Sache auch langfristig hoch zu halten, dann brauchen Sie bei Ihrem Vorgesetzten weder um Budget für einen neuen Mitarbeiter noch für Freelancer zu bitten!

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Veröffentlicht am 13.07.2017 und zuletzt aktualisiert am 14.07.2017