Mitarbeitermotivation durch Weiterbildung

Sind Sie ein Chef, der seine Mitarbeiter so richtig gut motivieren kann? So, dass diese wirklich voller Engagement hinter ihrem Unternehmen stehen und gerne und gut für ihre Firma arbeiten?
Wenn ja – wie machen Sie das? Und welche Rolle spielen Angebote für Weiterbildung in diesem Zusammenhang?

Es ist vielleicht zwei, drei Jahre her, da durfte ich ein Seminar mit einem Verkaufsteam bestreiten. Das Seminar war, wie das ja häufig der Fall ist, auf zwei Tage ausgelegt, einen Freitag und einen Samstag.

Die ersten beiden Teilnehmerinnen, die am Freitag früh in den Seminarraum kamen, begrüßte ich freundlich und fragte sie auch nach ihrer Befindlichkeit. Beide meinten fast unisono, dass sie sich auf das Seminar freuen würden, dass allerdings das Timing nicht optimal wäre.

Die eine sagte „Freitag und Samstag finde ich nicht so gut, ich würde die Samstage eigentlich schon gern für meine Freizeit reserviert haben…“. Die Kollegin war offensichtlich überrascht und meinte: „Nein – grad andersherum sehe ich das: ich brauche die Freitag für meine Kunden, für den Verkauf, für den Umsatz. Ich hätte lieber gleich Samstag / Sonntag für das Seminar genommen…“.

Witzigerweise hörte ich tatsächlich vor ca. drei Wochen auf einer Veranstaltung, dass die zweite nach wie vor im Job und sehr erfolgreich sei, während die erste schon relativ bald nach dem Seminartermin damals das Handtuch geschmissen hatte.

Mythos Motivation

In den beiden Antworten drücken sich Haltungen aus, die etwas mit Motivation zu tun haben, da stimmen Sie mir sicher zu, oder?

Bei der zweiten Teilnehmerin hatte ich das Gefühl, sie hat die „richtige“ Einstellung. Sie braucht keinen Chef, der sie motiviert. Sie sollte im besten Fall keinen Vorgesetzten vor sich haben, der sie behindert und ausbremst, davon bin ich fest überzeugt.

Die erste könnte bei einem Gespräch über ihren Chef auch solche Sätze sagen bzw. gesagt haben:

  • Ich würde mir wünschen, dass er mich viel öfter und besser motiviert
  • er kann nur meckern, ich wäre durch Lob und Anerkennung viel besser zu führen
  • ein guter Chef sorgt dafür, dass seine Mitarbeiter fest zum Unternehmen halten

In diesen Sätzen (vermutlich sagt sie solche Sätze auch bei ihrem neuen Arbeitgeber…) drückt sich eine Haltung aus, die zu überdenken ist.

Es drückt sich genauer gesagt der „Mythos Motivation“ aus, wie das bekannte Buch von Reinhard Sprenger schon vor vielen Jahren betitelt wurde. Der Mythos nämlich, ein Mensch (der Chef) könne einen anderen tatsächlich „motivieren“, also dazu bringen, sich engagiert und freudig für eine Sache einzusetzen und dafür Leidenschaft zu entwickeln.

Es ist inzwischen in der Forschung eine Binsenweisheit, dass Motivation vor allem „intrinsisch“ – also von innen heraus funktioniert.

Effektivität durch "emotionale Bindung" zum Unternehmen

In diesem Zusammenhang fällt mir das Ergebnis der letzten Gallup-Studie zum Engagement der Erwerbstätigen ein (Engagement-Index Deutschland 2013).

Dabei kam unter anderem raus, dass ganze 16 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen aufweisen.

Die anderen 84 Prozent berichten von einer geringen oder gar keiner emotionalen Bindung zu ihrer Firma.

Emotionale Bindung Beschäftigten Firma

Und diese „emotionale Bindung“ ist nicht einfach ein windelweicher „Kuschelfaktor“, sondern der drückt sich in einer deutlich höheren Effektivität und auch Rentabilität aus.

Auswirkungen emotionaler Bindung Unternehmen

Der Zusammenhang zwischen hoher emotionaler Bindung und der Mitarbeitermotivation liegt nahe, das eine ist ohne das andere kaum vorstellbar.

Ich persönlich finde diese Zahlen schrecklich, sie sagen doch auch etwas darüber aus, wie gern jemand das tut, was uns ja doch einen Großteil unserer wachen Lebenszeit beschäftigt, nämlich zur Arbeit gehen. Anlass genug, sich als Führungskraft immer wieder Gedanken zu machen, wie man an dieser Schraube der Mitarbeitermotivation drehen kann.

Wie kann man für intrinsische Motivation sorgen?

Das muss in dem o.g. Sinne natürlich heißen, wie man dafür sorgen kann, dass sich die intrinsische Motivation entwickelt und wie man die Fallen der De-Motivation vermeidet. Diese gibt es nämlich durchaus, ein Chef kann seine Mitarbeiter nur schwer oder gar nicht „motivieren“, er kann die Leute um ihn rum aber sehr wohl „de-motivieren“…

Jetzt kommen wir zum Faktor Weiterbildung, dieser spielt nämlich bei fast allen Studien, die sich mit Mitarbeitermotivation beschäftigen, eine immer wichtigere Rolle.

Die Haufe-Akademie und die Verkaufsleiterschule haben in ihrem „DVS Vertriebsmonitor 2013/14“ nachgefragt, was Leute im Vertrieb antreibt bzw. was sie zu mehr Engagement veranlassen könnte.

Erfolgsabhängige Prämien?

Erstaunliche Auskunft, die sich allerdings mit einigen anderen neueren Studien deckt ist, dass die erfolgsabhängigen Vergütungsanteile dabei gar keine so große Rolle spielen: Nicht einmal jeder dritte (31%) lässt sich dadurch motivieren, zumindest nach eigener Auskunft.

Trotzdem setzen Unternehmen nach wie vor stark (63%) auf dieses Instrument, um den Antrieb bei ihren Mitarbeitern zu erhöhen. Knapp die Hälfte aller Befragten wünscht sich Weiterbildungsangebote, diese würden sehr zur persönlichen Entwicklung und damit zur Motivation beitragen.

Motivation mehr Engagement

Was erwartet die Nachwuchsgeneration?

Auch bei der Frage nach dem „Nachschub“, also danach, wie man zukünftige gute Mitarbeiter finden und binden kann, spielt die Weiterbildung eine maßgebliche Rolle: 

"Guten Nachwuchs für Vertriebs- und Verkaufsjobs zu finden, wird immer schwieriger. Was sollte man der künftigen Vertriebsgeneration bieten, um die Arbeit im Vertrieb interessant zu gestalten? 

Immerhin beantworten fast 45% diese Frage mit „mehr Weiterbildungsangebote“.

Nachwuchs Vertrieb interesse

Weiterbildung ist ein Statutsymbol

Und auch für den Status eines erfolgreichen Verkäufers spielt eine hohe Weiterbildungsrate eine enorm wichtige Rolle. 71,43% der Befragten nannten diesen Faktor auf diese Frage.

statussymbol-verkaeufer

Wenn wir uns jetzt noch die Daten der demographischen Entwicklung dazu nehmen würden (Alterspyramide), finden wir also mehr als genug Gründe, warum sich Vorgesetzte mit der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen sollten.

Nicht als „Führungs-Ersatz“, versteht sich, und nicht als Alibi-Veranstaltung („damit die wieder mal auf einem Seminar waren…“), sondern als echte Unterstützung der intrinsischen Motivation. Weil sie die einzige ist, die dauerhaft funktioniert. Und das ist gut für die Mitarbeiter, für die Kunden, und am Ende auch für die ganze Firma.

Viel Erfolg wünsche ich...

Inbound Marketing Whitepaper - Der Turbo für den Verkauf

Veröffentlicht am 11.06.2014 und zuletzt aktualisiert am 14.12.2016

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