Planet der Katzen – Über den Sinn und Unsinn von Cat Content

Ich mag Tiere. Wirklich.

Und obwohl ich eher ein Hundefreund bin (wir haben selbst zwei in der Familie) finde ich auch Katzen wirklich toll.

Aber beim Content Marketing ist für mich eines klar: Katzen müssen draußen bleiben!

Grumpy Cat

Sie ist ein Star am digitalen Promihimmel: Grumpy Cat.
Mit eigener Website, einem YouTube-Kanal und Facebook-, Instagram- und Twitter-Account – ja sogar mit einem eigenen Merchandise-Shop ist die Katze mit dem miesepetrigen Gesichtsausdruck weltweit bei Internetnutzern bekannt und beliebt.

Aber nicht nur Grumpy Cat kommt bei den Konsumenten gut an: Katzenbilder und -videos werden überdimensional häufig geklickt, geliket und geteilt.

Trotzdem fahren Unternehmen gut, wenn sie Cat Content die kalte Schulter zeigen. Und ja: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Awwww, wie süüüüüß!

Ich wette, Sie haben selbst schon mal ein verzücktes Aufschreien miterlebt, das auf das Konto von niedlichen Katzenbildern oder Bewegtbildern mit Stubentigern in Aktion ging.

Ich habe es jedenfalls schon mannigfach beobachtet und obwohl auch ich mich nicht dagegen verwehren kann, das ein oder andere Foto oder Video niedlich zu finden, kann ich die Hysterie über eben diese überhaupt nicht nachvollziehen.

“So what?”,  fragt sich vermutlich der eine oder andere Social Media-Marketer, der mit seinen Stubentiger-Fotos auf Facebook so viel Likes wie noch nie erreicht. “Es funktioniert doch!” 

Eben nicht. Zumindest nicht wirklich. Zum einen sind Likes zwar schön und auch wichtig, aber sie sind nicht alles. Es gibt schließlich noch andere KPIs, die im Social Media Marketing nicht unwesentlich sind.

Und mir kann keiner erzählen, dass das Miezenfoto auf dem Facebook-Account zu signifikant mehr Traffic auf der Website eines Unternehmens führt – geschweige denn die Conversion Rate positiv beeinflusst.

Im Gegenteil: Es ist wohl eher so, dass zu häufiges Posten von Cat Content dazu führt, dass der echte, wirklich relevante Content eines Unternehmens umso weniger oft gelesen wird und umso weniger Likes generiert. Zumindest sagt mir das der gesunde Menschenverstand, denn: wenn ich als potenzieller Kunde mit echtem Interesse an einem bestimmten Produktsegment oder eine bestimmten Dienstleistung auf einer Facebook-Seite ständig Cat Content finde, wende ich mich recht schnell von dem Unternehmen ab.

Warum? Weil der Content komplett an der Zielgruppe vorbeischießt.

Da suche ich mir lieber einen anderen Anbieter, der Inhalte bereitstellt, die für mich wirklich von Nutzen sind – auch dann, wenn ich das gepostete Katzenfoto süß finde und vielleicht sogar "gefällt mir" drücke. 

Wer guten, hochwertigen Content bietet, der zum Unternehmen und/oder zum Produkt passt, generiert genug Traffic und muss nicht auf Miezi zurückgreifen.

Mehr Schein als Sein

Cat Content ist wie ein Irrlicht. Es weckt Emotionen. Das ist wichtig im Marketing. Aber es führt wirklich interessante Leads eher weg vom Unternehmen als dass es eine sich evtl. gerade anbahnende Kaufabsicht fördert.   

Ganz ehrlich: Ein Katzenbild ins Netz zu stellen kann jeder. Man sollte aber tunlichst darauf verzichten, wenn man nicht mehr zu bieten hat.

Ausnahmen bestätigen aber die Regel. Ich kenne ein paar wenige Exemplare aus dem Cat Content-Sammelsurium die mich wirklich ansprechen und meiner Meinung nach auch 100 Punkte auf der Existenzberechtigungs-Skala erreichen. Aber das sind wirklich absolute Ausnahmen wie diese hier:

Und bevor mich in den Kommentaren irgendjemand darauf aufmerksam macht: Ich weiß, dass ich soeben Cat Content ins Netz gestellt habe. Mal sehen, ob sich das im Traffic spiegelt...

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Veröffentlicht am 26.01.2016 und zuletzt aktualisiert am 25.07.2016

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