Präsentieren kann man lernen

Präsentieren

In Seminaren höre ich immer von dem gleichen Problem: Vielen Mediaberatern graut es davor, etwas zu präsentieren. Sei es vor Kunden, dem Chef oder Kollegen: Die Angst des Versagens ist ein ständiger Begleiter.

Dabei gehört das Präsentieren doch zum Alltag eines Verkäufers!

Mir ging es noch vor einigen Jahren genauso: Eine Woche vor einer Präsentation schlief ich schlecht und hatte kaum Appetit. Ich hatte Angst vor sarkastischen Bemerkungen der Zuhörer oder noch schlimmer: Vor dem gelangweilten Gähnen des Publikums. Im Laufe der Jahre habe ich mir jedoch einige Techniken angeeignet, die jeder lernen kann, um meine Nervosität im Zaum zu halten.

Gestehen Sie Aufregung ein

Mein Großvater hatte mir als Kind immer eingeredet, ich solle ja keine Schwäche zeigen. Das übernahm ich auch bei Vorträgen. Meine Aufregung versuchte ich stets zu überspielen. Aber möglicherweise kennen Sie das ja auch aus eigener Erfahrung, das klappt nie!
Mein Gesicht wurde während des Vortrags rot, meine Hände schwitzten und meine Stimme zitterte. Vor einiger Zeit besuchte ich ein Rhetorikseminar und hörte dort einen Mitschnitt meines Vortrags. Seitdem weiß ich, dass meine Stimme meine Aufregung verrät.

Schließlich habe ich aufgehört, mich zu verstellen. Wenn ich aufregt bin, sage ich es einfach. Bisher bin ich damit auch sehr positiv gefahren. Mit meinem Geständnis habe ich sofort die Aufmerksamkeit der Zuhörer und von bösen Bemerkungen wurde ich bislang auch verschont. Probieren Sie es doch einfach auch einmal. Sie brauchen Ihre Gefühle nicht zu verstecken oder gar zu maskieren.

Beginnen Sie den Vortrag mit Smalltalk

Das Problem bei Vorträgen ist die Isolation des Redners vom Publikum. Auf der einen Seite stehe ich, auf der anderen die Zuhörer. Ich hatte früher immer das Gefühl, eine Mauer würde uns trennen. Um diese Isolation aufzubrechen, plaudere ich vor Beginn meiner Präsentation mit den Leuten. Möglicherweise hilft Ihnen das genauso gut wie mir, im Vorfeld etwas Nervosität abzubauen. Es ist egal, über was Sie sprechen. Ich rede meistens ganz simpel über das Wetter oder die Stadt, in der ich mich gerade befinde. Außerdem hilft es mir, während meines Vortrags ab und an zu der Person zu sehen, mit der ich im Vorfeld gesprochen habe. Meistens erhalte ich dann ein Lächeln oder ein zustimmendes Nicken. Dieser Anker gibt mir Bestätigung und lässt mich lockerer werden.

Involvieren Sie das Publikum

Studien zeigen, dass der Mensch lediglich 20 Minuten konzentriert zuhören kann.

Guy Kawaski, ein bekannt Redner aus den USA, hat deshalb die sogenannte 10-20-30 Regel aufgestellt. Ein guter Vortrag enthält also nicht mehr als zehn PowerPoint-Folien, dauert maximal 20 Minuten und hat eine minimale Schriftgröße von 30 Punkten. Früher hatte ich Angst, dass nicht alles Wichtige in diesen Zeitrahmen passt. Meine Vorträge dauerten daher manchmal eine Stunde. Ich stand dann vor dem Publikum und redete und redete. Heute sehe ich ein, dass 20 Minuten absolut ausreichen. Außerdem involviere ich mein Publikum. Möglicherweise könnte es Ihnen auch weiterhelfen, wenn Sie die Zuhörer in den Vortrag integrieren. Sie wollen lernen, wie das funktioniert?

Die einfachste Methode ist es, Fragen zu stellen. Dabei ist es wichtig, die Fragen möglichst einfach zu gestalten, damit auch jeder eine Antwort geben könnte. Wenn Ihr Publikum schweigend vor Ihnen sitzt, dann versuchen Sie doch gezielt auf eine Person zuzugehen. Eine weitere Idee ist es, Ihr Publikum auch aktiv zu involvieren. Viele Redner motivieren ihre Zuhörer zu einer Gruppenübung. Sie können die gesamte Gruppe über Ihren Vortrag diskutieren lassen, sinnvoller ist es jedoch aus meiner Erfahrung in Zweier- oder Dreiergruppen. Ich persönlich bevorzuge allerdings Aufgaben, die jeder für sich alleine behandeln soll. Wenn ich zum Beispiel vor jungen Kollegen eine neue Verkaufsstrategie vorstelle, mache ich das so: „Letzte Woche habe ich ein Buch mit dem Titel ‚Verkaufen ist wie Liebe‘ gelesen. Was wäre Ihr Vergleich? ‚Verkaufen ist wie…‘! Wie begründen Sie das?“

Individueller Nutzen

Was ist das Ziel eines Vortrags? Die Weitergabe von Informationen? Seien Sie jetzt bitte nicht geschockt, aber das allein ist falsch. In diesem Fall würde nämlich auch eine E-Mail reichen. Überlegen Sie sich immer vorher, was sie mit Ihrem Vortrag wirklich erreichen wollen. Ich versuche stets mittels Storytelling den Mehrwert meiner Information greifbar zu machen. Ich erzähle, wie ich vergleichbaren Kunden helfen konnte, den Umsatz zu steigern.

Meine eigene Erfahrung hat gezeigt, dass es sich lohnt, nicht von abstrakten Unternehmen zu sprechen, sondern von Personen in vergleichbaren Positionen. Besonders hilfreich sind nachprüfbare Zahlen. Ich spreche daher stets von 30 Prozent Umsatzsteigerung, zwei Stunden weniger Arbeitszeit oder einer Steigerung der Profitabilität von zehn Prozent.

Versuchen Sie also doch einmal einen Nutzwert in Ihrem Vortrag zu vermitteln, denn vielleicht hilft Ihnen das ebenfalls, beim Publikum zu punkten. Wenn ich vor Beginn meiner Präsentation genau weiß, was ich erreichen möchte, dann hilft mir das ungemein, sicherer zu werden und meine Nervosität zu bekämpfen.

Wie bereiten Sie sich auf Vorträge vor? Was denken Sie machen gute Präsentationen aus? Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare.

Webinarplanung

Veröffentlicht am 17.02.2014 und zuletzt aktualisiert am 07.02.2017