Die Rolle der Buyer Persona im Webdesign

Nehmen wir einmal an, Sie hätten vor, entweder eine komplett neue Webseite für Ihr Unternehmen ins Leben zu rufen, oder Ihre bestehende gründlich zu überarbeiten: Was wäre für Sie der allererste Schritt?

Beginnen Sie mit einer ausführlichen Suche nach den richtigen Keywords? Oder legen Sie zunächst fest, wie die generelle Infrastruktur der Seite aufgebaut werden sollte?

Beide Antworten sind zwar nicht komplett falsch, aber eben auch nicht der logische erste Schritt.

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Es ist vorteilhaft, sich zu Beginn der Planung Gedanken darüber zu machen, welche Ziele eigentlich erreicht werden sollen – oder anders ausgedrückt:

"WAS möchte ich mit meiner Webseite von WEM erreichen"

Die Klärung strategischer Ziele ist genauso elementar, wie die Personen, die Sie auf Ihrer Internetpräsenz begrüßen wollen.

Das Fundament: die Buyer Personas

Die bittere Wahrheit ist: Auf Ihrer Webseite geht es nicht um Sie. Es geht um Ihre potenziellen Kunden.

Wenn Besucher auf Ihrer Website landen, ist eine der ersten Fragen, die sie sich stellen: Okay, was genau habe ICH von der Sache? 

Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass man sich diese Frage gar nicht erst zu stellen braucht, da es sofort klar ist, WAS man für seine Zeit und Aufmerksamkeit bekommt und WARUM man das auch haben möchte. 

Ihre Buyer Personas und deren charakterischen Eigenschaften spielen die größte Rolle und sollten die Grundlage für sämtliche weitere Schritte der Website-Optimierung bilden.

Die optische Gestaltung

Es mag trivial klingen, aber die visuelle Gestaltung ist sowohl von Ihrem Unternehmen abhängig, als auch von den Personen, die Sie damit ansprechen wollen.

Ein Beispiel:

Der Hersteller von Haarkosmetik Schwarzkopf unterhält verschiedene Webseiten für unterschiedliche Zielgruppen. Die beiden Seiten sind vom generellen Layout prinzipiell sehr ähnlich aufgebaut, verwenden aber eine unterschiedliche Farbgebung und setzen unterschiedliche visuelle Reize.

  • www.schwarzkopf-professional.de richtet sich gezielt an Geschäftskunden, wie beispielsweise Friseure. Die Aufmachung der Seite wirkt durch die schlichtere farbliche Gestaltung edel, seriös und stilvoll. Inhaltlich setzt man auf die Bewerbung der Produktpalette.
  • www.schwarzkopf.de richtet sich dagegen an den Endverbraucher. Hier stehen eher modische Trends im Vordergrund, die anhand von prominenten Personen belegt werden. Zusätzlich gibt es Anwendungstipps zum Nachmachen. Durch den dunklen Hintergrund wird der Kontrast zu den unterschiedlichen Haarfarben (Produktnutzen) verstärkt.

Sprache

Ihre Besucher wollen sich von Ihnen angesprochen fühlen. Es empfiehlt sich also genau zu überlegen, welche Tonalität ist Ihrer Dienstleistung und der Persönlichkeit Ihrer potenziellen Kunden angemessen. Beispielsweise wird ein Beerdigungsinstitut andere Worte wählen, als eine Werbeagentur.

  • Wie gut kennen Ihre Buyer Personas branchenspezifische Fachbegriffe?
  • Bevorzugen Sie eine eher sachlich distanzierte Ansprache oder darf es auch mal umgangssprachlich direkt sein?
  • Wie komplex darf der Satzbau sein?

Inhalte

Klingt trivial – ist es aber nicht. Wie gesagt: Nicht Sie oder Ihr Unternehmen stehen im Mittelpunkt des Interesses Ihrer Besucher.

Das Internet ist ein zutiefst individuell geprägtes Medium – d. h. die Macht über die zu konsumierenden Inhalte liegen beim Konsumenten und nicht, wie bei den klassischen Medien, beim Produzenten. Er hat ein Bedürfnis, dem er online nachgeht.

Die beiden Webseiten von Schwarzkopf verdeutlichen diesen Ansatz in ihrem Webdesign: 

  • Friseure wollen nicht aussehen wie Katy Perry. Sie sind auf der Suche nach guten Produkten, wollen evtl. eine Partnerschaft mit einem Hersteller eingehen, sind auf der Suche nach Weiterbildungsmöglichkeiten und wollen über Branchentrends auf dem Laufenden bleiben.
  • Endkunden wollen nicht nur wissen, welche Frisuren prominente Personen tragen sondern auch, wie sie sich selber stylen können. Sie wollen evtl. auch eine App, mit deren Hilfe sie verschiedene Haarfarben ausprobieren können, bevor sie zum Friseur gehen, oder sich selber die Haare färben.

Ihre Aufgabe ist es, herauszufinden, was Ihre potenziellen Kunden beschäftigt. Wo liegen ihre Herausforderungen und Problempunkte? Und wie können Sie diese lösen?

Diese beiden Fragen sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, wenn Sie eine neue Webseite planen. 

Kostenloses Whitepaper: Buyer Personas

Veröffentlicht am 03.11.2014 und zuletzt aktualisiert am 19.10.2017

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