Schönes Wetter, oder? Smalltalk ist gut für die Karriere

Smalltalk hilft - zum Wohle der Karriere.

Wer kennt das nicht? Da steht plötzlich der Vorgesetzte im Aufzug und die Fahrt in den dritten Stock erscheint endlos. Oder auf Messeveranstaltungen: Einfach auf die Leute zuzugehen? Das hat mich früher wirklich viel Überwindung gekostet. Auch bei Geschäftsessen fiel es mir schwer, ins Gespräch zu kommen. Woher sollte ich die passenden Worte finden, um jemanden richtig anzusprechen? Die Gefahr, sein Gegenüber zum Gähnen zu bringen oder sogar in die Flucht zu treiben, erschien mir allgegenwärtig.

Mit einigen Tricks habe mir den verhassten Smalltalk jedoch zu Nutze gemacht. Möglicherweise können Sie in Ihrer Karriere auch von diesen vier Ratschlägen profitieren.

# 1 – Lächeln als Eisbrecher

Als ich angefangen habe, mich mit dem Thema Smalltalk zu beschäftigen, habe ich viel recherchiert. Jede dazu passende Lektüre hatte am Ende jedoch den gleichen Lösungsvorschlag: Einfach einmal lächeln. Immer wieder, wenn ich das las, musste ich schmunzeln, schüttelte den Kopf und warf das Buch frustriert in die Ecke, bis ich es selbst dann doch ausprobiert habe. Beim nächsten Geschäftsessen lächelte ich mein Gegenüber kurz freundlich an und schon befand ich mich im Gespräch. Probieren Sie es doch einfach einmal aus. Meine Großmutter sagte immer, ein Lächeln zwischen zwei Menschen sei der kürzeste Weg. Vielleicht hatte sie damit ja Recht.

# 2 – Öffnen Sie Türen

Fußball, Politik, Geld? Welches Thema eignet sich eigentlich für den perfekten Smalltalk? In der Vergangenheit habe ich mich oft nicht getraut, Menschen anzusprechen, weil ich nicht wusste, über was ich mit ihnen reden sollte. Sie kennen dieses Problem? Dann versuchen Sie doch einmal, ob es Ihnen auch etwas helfen könnte, über naheliegende Themen zu sprechen. Wenn Sie zum Beispiel zum Geschäftsessen in einem Restaurant eingeladen sind, sprechen Sie über etwas, das gerade auf der Hand liegt. Fragen Sie zum Beispiel „Schönes Wetter,oder?“, „Wo haben Sie geparkt?“ oder „Können Sie mir hier ein Gericht empfehlen?“. Themen wie Politik und Religion eigenen sich übrigens nicht als Gesprächseinstieg. Sie können mir glauben, die Chance in ein Fettnäpfchen zu treten, ist erfahrungsgemäß sehr groß.

# 3 – Zeigen Sie Interesse

Vor ein paar Tagen musste ich auf einen zu spät kommenden Zug warten. Ich saß am Gleis und starrte ins Leere, als mich plötzlich eine Frau ansprach: „Warten Sie auch auf den Zug nach München?“. Ich nickte und hielt das Gespräch für beendet. Stattdessen fragte sie weiter: „Sind sie beruflich unterwegs? Was machen Sie denn genau?“ Immer wieder fragte sie freundlich nach. Schließlich kam der Zug und die Stunde Verspätung war wie im Flug vergangen. Was ich aus diesem Gespräch gelernt habe? Interessiert zuhören, nachfragen, Gemeinsamkeiten finden und das unbefangene Plaudern gelingt ohne Probleme. Am besten funktionieren für mich W-Fragen: „Warum verbringen Sie den Sommer in Mallorca?“ oder „Wie viele Kinder haben Sie?“. Fragen, die mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten sind, können ein Gespräch dahingegen aus meiner Erfahrung sehr schnell beenden.

# 4 – Üben, üben, üben

Erinnern Sie sich noch an die vielen Referate in Ihrer Schulzeit? Haben Sie sich auch vor den Spiegel gestellt und ihren Vortrag immer wieder geübt, um möglichst sicher zu sein? Machen Sie es vor einer Veranstaltungen doch genauso, möglicherweise könnte Ihnen das ja auch etwas bringen. Wenn ich mich für ein Geschäftsessen vorbereite, überlege ich mir im Voraus zwei oder drei Themen, über die ich reden könnte. Natürlich dauert es eine Weile, bis die Hemmungen los zu plaudern abgefallen sind, oder glauben Sie wirklich, dass ich von einen auf den anderen Tag vom Smalltalk-Muffel zum -König wurde? Ich habe wochenlang jede Situation genutzt, um das Gespräch mit fremden Menschen zu suchen. Die Möglichkeit des Übens ist im Alltag wunderbar gegeben. Sie könnten an der Bushaltestelle über das Wetter sprechen oder in der Warteschlange über die lange Wartezeit diskutieren.

Warum überhaupt Smalltalk?

Sie fragen sich, wieso Sie sich das überhaupt antun sollen? Offen auf andere Menschen zuzugehen, ist der Schlüssel zum Verkaufserfolg. Wenn Sie nicht krampfhaft nach Themen suchen müssen, sondern sich mit Geschäftskollegen und Kunden locker unterhalten können, baut das Sympathie auf. Diese Art des Networkings ist die Basis für erfolgreiche Kundenakquise. Also versuchen Sie es doch einfach: Nutzen Sie Smalltalk, um ein erstes Grundvertrauen aufzubauen. Wenn Sie jetzt glauben, Smalltalk wäre einigen Menschen in die Wiege gelegt worden, dann möchte ich Ihnen zum Abschluss noch folgende Geschichte erzählen.

2005 traf Angela Merkel laut der „Süddeutschen Zeitung“ auf einen afrikanischen Staatspräsidenten. Der Präsident empfing die Bundeskanzlerin am Flughafen und die beiden Politiker stiegen gemeinsam in eine Limousine. Um nicht schweigend nebeneinander zu sitzen, versuchten sie sich am Smalltalk:

"Und Sie sind also die neue Bundeskanzlerin?" - "Ja." - "Das ist doch schön." - "Ja." - "Das war sicher nicht leicht." - "Nein." - "Da müssen Sie jetzt aber verdammt glücklich sein." - "Mir geht es gut." - "Sie tun sich eher schwer mit Smalltalk, oder?" - "Ja."

Sie sehen also : Plaudern will gelernt sein.

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Veröffentlicht am 14.02.2014 und zuletzt aktualisiert am 17.02.2017

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