Smartphone kaputt – Diese Content Apps vermisse ich gerade extrem

SmartphoneAnfang letzter Woche war es nach über drei Jahren mal wieder so weit: Mein Smartphone gab den Geist auf und musste zur Reparatur. 

Eigentlich keine große Sache – zumal ich von der Werkstatt erfreulicherweise ein Ersatzgerät bekommen habe, damit ich privat zumindest erreichbar bin. Dennoch ist so ein Ersatzhandy einfach nicht das Selbe, da natürlich nur die normalen Standard-Apps vorinstalliert sind.

Wie so häufig wird einem der Stellenwert, den eine Sache im Alltag einnimmt, erst bewusst, wenn diese auf einmal nicht mehr vorhanden ist. Auch ich merke im Moment sehr deutlich, wie sich manche Apps fest in meinen normalen Tagesablauf geschlichen haben, die mir jetzt plötzlich nicht mehr zur Verfügung stehen.

Neben meinen drei unterschiedlichen Wecker-Apps handelt es sich bei mir vor allem um verschiedene Informationsquellen, die mir derzeit sehr fehlen. Erstaunlicherweise handelt es sich dabei nicht um die verschiedenen Messenger – auch wenn es auf Dauer etwas anstrengend ist, ständig erklären zu müssen, warum man nicht auf eine WhatsApp-Nachricht reagiert hat...

Dazu sollte ich erwähnen, dass ich soziale Netzwerke privat zum großen Teil passiv nutze, also überwiegend lese und nur sehr selten einen Beitrag veröffentliche. Diese passive Nutzung fällt bei mir dafür umso ausgeprägter aus – das heißt, ich nutze einen großen Teil der Zeit, in der mein Kopf gerade nicht beansprucht wird, damit, Inhalte zu konsumieren. 

Im Folgenden möchte ich einen kleinen Überblick über die Apps geben, die ich regelmäßig nutze (bzw. zur Zeit eben gerade nicht), um in gewissen Themengebieten auf dem Laufenden zu bleiben oder um mir ganz einfach die Zeit zu vertreiben. (Genau genommen handelt es sich eigentlich um Online-Dienste, die ich aber hauptsächlich per Smartphone-App nutze.)

Google+

Bevor jemand fragt: Nein, Google+ ist immer noch nicht tot. 

Im Gegenteil: Die Funktionen von Google+ werden nach wie vor ausgebaut und weiterentwickelt – wenn auch nicht in einem Tempo, wie es früher der Fall gewesen ist. 

Zwar geht Google, nachdem man eine Zeit lang mit Gewalt versucht hatte, Google+ als zentrale Schnittstelle zwischen allen Google-Angeboten zu etablieren, mittlerweile deutlich zurückhaltender mit seinem Netzwerk um – dennoch erfreut sich der Dienst bei denjenigen, die ihn aktiv nutzen, nach wie vor großer Beliebtheit. 

Für mich persönlich spielt Google+ in meinem Tagesablauf sogar eine viel größere Rolle als Facebook. Das hängt vor allem mit der unterschiedlichen Ausrichtung von Facebook und Google+ zusammen. 

Google+ basiert von seiner ganzen Grundstruktur her weniger auf Personen sondern auf Interessensgebieten und ist damit eher mit Twitter als mit Facebook zu vergleichen. Diese Neuausrichtung bzw. Fokussierung wird nicht zuletzt auch durch die letzten Funktionserweiterungen, wie beispielsweise die Möglichkeit, eigene "Sammlungen" (im Prinzip handelt es sich dabei um Kanäle zur Kuratierung von Inhalten) anzulegen, deutlich. 

Natürlich kommt es auch ein bisschen darauf an, welche Interessen man verfolgt, da manche Themen einfach stärker vertreten sind als andere.

Für mich, als großer Freund von technischen Innovationen, ist Google+ jedenfalls ein fester Bestandteil meiner täglichen Morgen- und Abend-Routine.

StumbleUpon

Logo von StumbleUponAuch StumbleUpon führt hierzulande eher ein Nischendasein.

Daher vielleicht vorab eine kurze Erklärung worum es sich bei dieser App (bzw. Website) handelt: Kurz gesagt hilft einem die App dabei, interessante Websites zu entdecken.

Zunächst wählt man Themengebiete aus, für die man sich interessiert. Anschließend präsentiert einem StumbleUpon darauf basierende Inhalte. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen Stream (wie z.B. die Facebook-Timeline), aus dem man auswählt, sondern die Inhalte werden sofort aufgerufen. Der nächste Vorschlag wird per Klick geladen (also ein bisschen so wie bei Chat-Roulette).

Als Nutzer hat man die Möglichkeit, die Vorschläge nach dem Daumen-Hoch / -Runter-Prinzip zu bewerten. Bei Nichtgefallen kann man zusätzlich einen Grund auswählen (z.B. Nichts für mich, Bereits gesehen, Seite kann nicht geladen werden). Dieses Bewertungsprinzip hilft der App dabei, ihre Vorschläge zu verfeinern.

Die Entscheidung, welche Inhalte in das Angebot aufgenommen werden, liegt im Prinzip bei den Nutzern. Websites bzw. generell Online Content können per Browser-Plugin oder per Formular eingereicht werden.

Dass dieser Prozess jedoch nicht völlig unaufwändig ist – die eingereichten Inhalte sollen verschlagwortet und kategorisiert werden – trägt meiner Meinung nach zur Qualität der Inhalte bei.

StumbleUpon hat natürlich auch eine Reihe von weiteren interessanten Funktionen (Speichern und Verwalten von Inhalten, Sharing-Opionen, usw.), aber in der Regel belasse ich es dabei, mich per Knopfdruck durch die Vorschläge zu klicken (was oftmals zeitfressend genug ist).

Feedly

Ich denke, jeder kennt das Problem, eines zu vollen E-Mail-Eingangs, weswegen Newsletter häufig ganz einfach ungelesen in der Versenkung landen.

Hier kann es helfen, stattdessen einfach RSS-Feeds zu abonnieren und diese an einer zentralen Stelle zu sammeln und zu kategorisieren. Feedly ist ein Tool, welches diese Aufgabe hervorragend meistert.

Durch die freie Zuordnung zu Kategorien ist Feedly enorm hilfreich, um sich einen gezielten Überblick über die Veröffentlichungen von Webseiten zu verschaffen (ohne dass man sich durch einzelne E-Mails klicken muss).

Zum Funktionsumfang zählt aber nicht nur die Verwaltung bereits bekannter Quellen – mit Feedly kann man sich auch Feeds anhand von Suchbegriffen vorschlagen lassen, um so neue Inhalte zu entdecken.

Zudem können die Artikel natürlich direkt aus der App heraus in anderen sozialen Netzwerken geteilt werden. 

Imgur

Logo von ImgurImgur (korrekte Aussprache: ɪmədʒər) stammt ursprünglich aus dem Reddit-Umfeld und ist eine Plattform zum Teilen von Bildern und Gifs.

Im Gegensatz zu anderen bild-zentrierten Netzwerken wie Pinterest, wird Imgur bislang eher selten von Firmen für Marketing-Zwecke genutzt (mit Ausnahme vielleicht von unbekannten Künstlern oder versierten Handwerkern) sondern hat überwiegend rein unterhaltenden Charakter. Obwohl man ein Profil anlegen kann, funktioniert Imgur eigentlich nicht nach dem üblichen Follower- sondern eher nach einem Bewertungssystem (Up- und Down-Votes). 

Obwohl Imgur vom reinen Bekanntheitsgrad in Deutschland gefühlt eher ein Nischendasein führt, liegt die Zahl der aktiven Nutzer weltweit bei über 150 Millionen pro Monat (Stand 2015) und 20% davon halten sich mehr als 10h pro Woche auf der Seite auf (Mehr Statistiken zu Imgur).

Durch das Bewertungssystem ergibt sich ein gutes Bild über das virale Potenzial von Inhalten, was häufig zur Folge hat, dass Inhalte aus Imgur von anderen Plattformen, die selbst auf die virale Verbreitung von Inhalten abzielen (z.B. Buzzfeed), "übernommen" und zu eigenen Artikeln verarbeitet werden, welche wiederum über andere soziale Netzwerke viral verbreitet werden. 

Zusammenfassung

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie schnell sich technische Entwicklungen wie selbstverständlich in den persönlichen Alltag einschleichen, ohne dass es einem selbst bewusst wird – bis sie auf einem Schlag nicht mehr zur Verfügung stehen.

Natürlich hat so eine "digitale Auszeit", die ja streng genommen gar keine ist (es gibt ja auch noch Computer), auch positive Seiten:

Man hat zum Beispiel viel mehr Zeit, sich aktiv einer Sache zu widmen, als wenn man jede Gelegenheit nutzt, sich mit Input berieseln zu lassen.

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Veröffentlicht am 19.04.2016 und zuletzt aktualisiert am 22.07.2016

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