Social Media – Lernen vom Wettbewerber

social_media_wettbewerber Ein souveräner Auftritt auf Facebook, Twitter, Instragram und Co. hilft Ihrem Unternehmen, im Gespräch zu bleiben und vertritt Ihre Markenbotschaft im Netz.

Auf der Suche nach neuen Anstößen für eine bessere Strategie ist Kreativität gefragt. Warum also nicht mal schauen, was die Wettbewerber im Social Web treiben?

Ich habe hier für Sie in vier Beispielen die Social Media Auftritte verschiedener Unternehmen zusammengetragen und zeige Ihnen, worauf Sie bei einer Analyse der Accounts achten sollten.

Vorab sollte ich hier noch erwähnen, dass ich Sie keinesfalls dazu anhalten will, Inhalte Ihrer Wettbewerber zu kopieren.

Mit so einem unsportlichen Verhalten kann man sich leicht ins Aus schießen. Es geht hier lediglich um die Strategie, die Art der Inhalte sowie generelle Indikatoren für erfolgreiches Social Media Marketing und wie sie diese erkennen.

Das gibt Ihnen einen guten Überblick über Zielgruppen-relevante Inhalte und Sie sind immer up to date was Neuerungen innerhalb Ihrer Branche angeht.

1. Facebook

Wenn Sie sich die Facebook Page eines Unternehmens ansehen, ist vor allem eine Zahl ausschlaggebend: Die Likes. Denn je mehr Likes ein Unternehmen auf Facebook hat, desto größer ist die Reichweite der Beiträge. Außerdem sind Likes auch ein Indikator für Beliebtheit und Image einer Marke.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Art und Häufigkeit der Beiträge sowie die Reaktionen der Nutzer wie Likes, Kommentare oder wie oft ein Beitrag geteilt wurde.

Sehen wir uns als Beispiel den Facebook Auftritt der Regensburger Brauerei Bischofshof an.

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Mit 2,096 Likes gehört das Unternehmen keinesfalls zu den großen Playern dieses Netzwerks, allerdings positioniert es sich von den Inhalten auch hauptsächlich lokal auf Regensburg bezogen und regional gesehen auf die Oberpfalz.

Ganz nach dem Slogan „Das Bier, das uns zu Freunden macht“ sind auf den geteilten Bildern meist Besucher von Veranstaltungen zu sehen, Mitarbeiter sowie beispielsweise von Bischofshof gesponserte Sportler.

Es handelt sich hierbei sowohl um Schnappschüsse als auch selbst gestaltete Grafiken versehen mit Logo und Text. Grafiken dieser Art können Sie beispielsweise mit dem kostenlosen Design-Programm canva erstellen.

Die Beiträge erscheinen in einer starken Frequenz, es wird mindestens einmal pro Tag etwas gepostet, wenn nicht sogar zwei Mal. Hierbei handelt es sich vor allem um betriebsinterne Themen, Beiträge von anderen Seiten, Links oder aktuelle Themen (außer das aktuelle Wetter) werden nicht mit einbezogen.

Die Reaktionen zeichnen sich bei den Posts unterschiedlich ab, viele der Grafiken mit Sprüchen zu Bier und dem anstehenden Wochenende werden teils in kürzester Zeit bis zu 40 Mal geliked, geteilt und kommentiert.

Fazit

Ein sehr schönes Beispiel für ein regionales Unternehmen, das seine Marke auf vielfältige Weise in Bildern, Grafiken und Videos präsentiert.

Hierbei wird zwar weniger auf aktuelle Themen gesetzt, aber Bildsprache und Inhalte sind zielgruppengerecht erstellt und das Profil wird regelmäßig gepflegt und aktualisiert.

2. Twitter

Für einen Twitter Account sind ähnlich wie bei Facebook die Likes, die Anzahl der Follower aussagekräftig. Allerdings kommt es bei Twitter auch auf die Anzahl der Accounts an, denen ein User wiederum selbst folgt.

Hierbei hat ein Unternehmensaccount mit 5000 Followern und 500 Seiten, denen es wiederum selbst folgt mehr Einfluss als beispielsweise ein Unternehmen mit der gleichen Followerzahl, das aber selbst 4900 anderen Usern folgt.

Das Prinzip „folgst Du mir, folge ich Dir“ ist bei Twitter eine Möglichkeit, Follower zu generieren. Auf diese Weise gewonnene Follower sind allerdings wenig aussagekräftig über das Image eines Unternehmens.

Ein beispielhafter Twitter-Account ist der von Sixt, die mit einigen ihrer Tweets während der letzten Monaten viel Aufmerksamkeit im Web bekamen.

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Das Unternehmen folgt selbst 369 Accounts und besitzt stolze 5 883 Follower, was einer guten Relation entspricht.

Unter den Tweets befinden sich Bilder, Hinweise auf andere soziale Netzwerke wie beispielsweise Instagram oder auf Veranstaltungen wie Messen. Unter den Bildern befinden sich auch die bekannten selbst gestalteten Grafiken, die immer wieder auf aktuelle Ereignisse Bezug nehmen.

Die Bekannteste dürfte wohl die Grafik anlässlich des Lokführer-Streiks mit dem Titel „HDGDL GDL“ sein. Hier bedankte sich Sixt bei der Gewerkschaft der Lokführer für mehr Umsatz durch den Bahnstreik.

Die letzten Grafiken dieser Art zeigen entweder Angela Merkel im Gespräch mit US-Präsident Obama während des G7-Gipfels oder sie spielen auf den Kita-Streik und den FIFA-Skandal an.

Hierfür verwendet Sixt auch immer die passenden Hashtags wie beispielsweise #Kitastreik, unter dem sie dann von den Usern leichter gefunden werden.

Sieht man sich die Facebook Page des Unternehmens an kann man klar erkennen, dass sich Inhalte nur teilweise überschneiden. Also dient der Twitter-Account nicht nur dazu, Facebook Inhalte zu reproduzieren, sondern die Inhalte sind spezifisch für Twitter erstellt worden.

Fazit

Auch Sixt setzt vermehrt auf betriebsinterne Inhalte, die allerdings mit Aktualitätsbezug getwittert werden.

In vielen Fällen eine kreative Lösung, als Dienstleister mit dem klaren Schwerpunkt Automobil im Gespräch zu bleiben und die Eigenwerbung abwechslungsreich zu verpacken.

Achten Sie bei Ihrer eigenen Strategie darauf, dass Sie diese nicht zu plump aufziehen. Nicht jedes Ereignis muss auf Biegen und Brechen zum Marketing-Gag umfunktioniert werden. Es eignen sich hierfür bei Weitem nicht alle Themen.

3. Instagram

Für das Bildernetzwerk Instagram sind ebenfalls die Follower eines Unternehmens-Accounts sowie die Accounts, denen das Unternehmen folgt ausschlaggebend.

Wenn Sie sich die geposteten Bilder ansehen, sollten Sie darauf achten, ob es sich um Abbildungen der Produkte oder der Marke an sich handelt, oder ob das Unternehmen sich auf eine Lifestyle basierte Content Strategie konzentriert.

Als Analysebeispiel soll hier die Drogeriekette Rossmann genauer unter die Lupe genommen werden.

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Mit fast 100 000 Abonnenten und selbst nur 148 abonnierten Instagram Usern ist Rossmann einer der Spitzenreiter deutscher Unternehmen auf Instagram.

Bei einem Post zum derzeitigen Jubiläum von Rossmann konnten auf Instagram bereits innerhalb von zwei Stunden fast zweitausend Likes generiert werden.

Auf den Bildern sind hauptsächlich Produkte der Hausmarke Isana zu sehen, aber auch weitere Kosmetikprodukte sowie vereinzelte Schnappschüsse von Veranstaltungen.

Immer wieder sind Bilder mit Beauty-Paketen auch mit Gewinnspielen verbunden oder es gibt Anleitungen für verschiedene Flecht- oder Hochsteckfrisuren.

Anhand der Auswahl der Produkte sowie der Anwendungsbeispiele zeichnet sich deutlich eine weibliche Zielgruppe ab, was die generelle Farbgebung noch unterstützt.

Fazit

Besonders für Unternehmen mit unverfänglichen Produkten aus dem Bereich Beauty und Lifestyle kann man auf Netzwerken wie Instagram oder Pinterest viel erreichen.

Zwar ist eine produktbasierte Strategie sehr einfach und mit weniger Aufwand umsetzbar wie Rossmann zeigt, doch eignet sich die Produktpalette auch für zahlreiche saisonale, zielgruppengerechte Posts, die viel Aufmerksamkeit generieren.

4. Pinterest

Pinterest funktioniert als soziales Netzwerk ähnlich wie Instagram mit Bildern, nur stehen hier nicht einzelne Bilder mit Hashtags in Vordergrund, sondern es geht um Themen.

Zu diesen Themen kann jeweils eine Pinnwand erstellt werden, auf der sich dann beispielsweise Ideen zur Raumgestaltung, Kochrezepte mit Kartoffeln oder ähnlichem befinden.

Das Lifestyle-basierte Netzwerk wird bereits von vielen Unternehmen mit geeigneten Produkten genutzt, und wieder sind Followerzahlen und die selbst abonnierten User ausschlaggebende Zahlen.

Der Pinterest Account des Tütensuppen-Riesen Maggi eignet sich hier hervorragend für eine kleine Analyse.

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Mit selbst nur 42 Abos und sagenhaften 382 828 Followern ist der Pinterest Account des Maggi Kochstudios quasi ein Selbstläufer.

Auf 33 Pinnwänden finden sich Rezepte zu verschiedensten Anlässen oder saisonalen Produkten, sogar vegetarische und vegane Küche finden hier Platz.

Auf der Rezepte-Pinnwand für Spargel beispielsweise wurde jedes der Rezepte zwischen 8 und 30 Mal mindestens repinned, was einer guten Quote entspricht.

Wie bei Rossmann auf Instagram stehen die Produkte im Vordergrund oder eben wie beim Maggi Kochstudio Vorschläge der Anwendung. Beauty, Lifestyle und Themenbereiche wie Kochen oder Backen funktionieren über kaum einen Social Media Kanal so gut wie über Pinterest oder Instagram.

Fazit

Mit den Pins ausschließlich zur Anwendung ihrer verkauften Produkte fährt Maggi hier zwar eine etwas einseitige Schiene, allerdings greifen sie den Aspekt Lifestyle bereits in ihrer derzeitigen Fernseh- Werbekampagne auf.

Pinterest bietet ergänzend die Möglichkeit für eine weitere Verbreitung der Rezeptvorschläge, was sich für Bilder von leckerem Essen hervorragend anbietet.

Über den Tellerrand schauen

Natürlich soll Sie dieser Post nicht dazu verleiten, nur noch auf die Konkurrenz zu achten, anstatt sich auf Ihre eigene Social Media Aktivität zu konzentrieren.

Aber Ihre Wettbewerber im Auge zu behalten, sich inspirieren zu lassen von Strategien anderer Unternehmen und über neuste Trends auf dem Laufenden zu bleiben ist eben sehr wichtig, um am Ball zu bleiben.

Und wer weiß, bei einem gelungenen Auftritt im Social Web hat vielleicht bereits der eine oder andere bei Ihnen vorbeigeschaut, um sich Tipps zu holen.

Social Selling Webinar

Veröffentlicht am 13.07.2015 und zuletzt aktualisiert am 06.02.2017

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