Social Media Marketing – Tanzen Sie auf zu vielen Hochzeiten?

Social Media Marketing – Tanzen Sie auf zu vielen Hochzeiten?Der Social Media Hype ist nach wie vor ungebrochen. Oftmals beschleicht einen das Gefühl, es wird nach dem Motto "viel hilft viel" vorgegangen: Je mehr Plattformen ein Unternehmen bespielt und je mehr bunte "Teilen auf" bzw. "Senden an“-Buttons sie auf Ihrer Homepage oder unter Blogeinträgen anfügen können, umso besser.

Doch ist das wirklich so? Gilt beim Social Media Marketing der olympische Gedanke „Dabei sein ist alles“?

Likes sind nicht gleich Likes !

Vor gut einem Monat ging ein kleiner Aufschrei durch die Internetcommunity, als Copyblogger bekannt gab, dass sie ihren Facebook-Account löschen werden.

Copyblogger startete 2006 unter der Leitung von Brian Clark, einem der Pioniere des Online Marketing, als ein einfacher, kleiner Blog.

Inzwischen hat sich Copyblogger Media zu einer ausgewachsenen Software und Coaching Organisation gemausert und genießt vor allem bezüglich Content Marketing und Social Media Marketing im B2B-Bereich höchstes Renommée.

Und eine solche Firma löscht ihren Facebook-Account mit mehr als 38000 Fans? Eigentlich unvorstellbar!

In einer Stellungname auf dem eigenen Blog wurde diese Entscheidung folgendermaßen begründet:

Die Post auf der Facebookseite haben nur wenige Reaktionen hervorgerufen. Das heißt es wurde wenig geliked, kommentiert oder gar geteilt.

Die Facebookposts waren also keine wertvollen Multiplikatoren.

In Zahlen ausgedrückt: Im September 2014 bekam jeder Facebookpost von Copyblogger im Durchschnitt nur auf 27 Likes und wurde sechs mal geteilt.

Gepostete Fotos und Bilder (die ja eigentlich auf Facebook besonders gut funktionieren sollten) haben sogar noch weniger Reaktionen hervorgerufen: Sie bekamen lediglich 25 Likes und wurden nur drei mal geteilt.

Die Interaktionsquote lag also allenfalls im Promillebereich! ( Zum Vergleich: Die Facebookseite "Your Boulder", die auch von Copyblogger betrieben wird, kam im Vergleichszeitraum bei lediglich gut 16000 Fans auf 89 Likes und 22 Shares pro Post bzw. 501 Likes und 32 Shares bei Fotos. )

Die Reaktionen auf Beiträge bei Twitter und Google+ waren wesentlich vielversprechender.

Trotz intensiver Bemühungen, den Facebook-Account zu beleben und vor allem mehr Traffic auf den Blog über Facebook zu generieren, gelang dies nicht und das ganze Team war frustiert, viel Zeit und Arbeit in ein scheinbar überflüssiges Projekt gesteckt zu haben.

Obwohl Copyblogger nach eigenen Angaben nie Fans und Likes gekauft hat, hatten Sie etliche Follower, die ganz offensichtliche "Junk Fans" waren.

(Diese erkennt man an Profilen, die zwar unzähligen Seiten folgen, aber kaum bis gar keine persönlichen Statusinformationen enthalten. Vor allem in Bangladesh und Indonesien gibt es sogenannte Click-Farms, in denen Angestellte mit Fake-Accounts manuell Unternehmensseiten liken. Solche gekauften Fans sind zwar für wenig Geld zu erhalten, schaden dem Image aber eher, als es zu heben.)

Von diesen Junk Fans ist keine Interaktion zu erwarten, und darum ging es Copyblogger ja schließlich: Den Traffic auf dem eigenen Blog zu erhöhen.

Was das für Sie und die Social Media Strategie Ihres Unternehmens bedeutet?

Auf gar keinen Fall, dass Sie Ihren Facebook Seite löschen sollen!

Zumal man als weiteren Punkt anfügen sollte, dass es nicht wenige Stimmen gibt, die Copyblogger vorwerfen, dass die ganze Aktion vor allem eine PR-Inszenierung war.

Wenn es denn so war, dann ist der Plan aufgegangen:

Der entsprechende Blogpost wurde bei Google+ und LinkedIn jeweils gut 1000 mal geteilt und erhielt paradoxerweise gerade auf Facebook über 4600 Likes.

Im Vergleich zu vorangegangenen und neueren Blogposts, die meist nur Werte im zweistelligen, allenfalls niedrigen dreistelligen Bereich aufweisen konnten, dürfte der Beitrag mit der Ankündigung, Facebook den Rücken zukehren, der erfolgreichste in der Geschichte von Copyblogger sein.

Dennoch: Überprüfen Sie hin und wieder kritisch, ob Sie nicht auf zu vielen Hochzeiten tanzen.

Können Sie all Ihre Social Media Accounts gleichermaßen gut bedienen und mit Inhalten füllen? Auf welchem Account findet am wenigsten Interaktion mit Ihren Followern statt? Vielleicht sollten Sie sich von diesem trennen?

Denn ein Projekt, dass nicht den gewünschten oder gar keinen Erfolg bringt künstlich am Leben erhalten ist wenig sinnvoll.

Konzentrieren Sie Ihre Zeit und Energie lieber in ein paar wenige, aber dafür umso erfolgreichere Projekte. Denn: Wer zu viele Eisen im Feuer hat, dem werden einige kalt!

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Veröffentlicht am 25.11.2014 und zuletzt aktualisiert am 05.04.2017