Studie: Online-Vermarktung – ein gelbes Tuch für KMUs!

studie-kmu-onlinemarketingSie sind Geschäfts- oder Marketingleiter eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens? Dann haben Sie sicherlich auch schon mit dem Gedanken gespielt, Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung sowohl off- als auch online zu vermarkten. Ja, vielleicht sind Sie sogar schon mittendrin, Ihre Unternehmensziele mit Hilfe von Online-Vermarktung noch effektiver zu erreichen.

Ob Sie nun erst ganz zu Beginn Ihrer Reise mit Online-Marketing stehen oder schon einige Erfahrungen in diesem Bereich sammeln konnten: Sie werden sich zwangsläufig irgendwann mit der Frage beschäftigen müssen, wo Sie mit Ihren Online-Marketing-Maßnahmen stehen. Sind Sie bei den KMUs hier vorne mit dabei oder eher im Mittelfeld? Was machen Sie richtig – was falsch bzw. in welchem Bereich gibt es noch Nachholbedarf?

Studie zeigt Online-Tendenzen

ReachLocal, ein Online-Marketing-Dienstleister, hat erst jüngst eine Umfrage durchgeführt, die Sie in diesem Zuge sehr interessieren dürfte. In dieser wurden 400 klein- und mittelständische Unternehmen bezüglich des Stellenwertes von Online-Marketing in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien befragt.

Wir haben uns für Sie vor allem die Ergebnisse, die ReachLocal dabei für 100 deutsche KMUs generieren konnte, einmal genauer angesehen. Denn auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ ist, so eignet sie sich dennoch sehr gut, um Tendenzen hinsichtlich des Digitalisierungsgrades von KMUs einschätzen zu können.

Wissen

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  • mit 31Prozent sind es nur knapp ein Drittel, die laut eigenen Aussagen über ausreichende Kenntnisse im Online-Marketing verfügen
  • 58 Prozent kommen mit Online-Marketing gut zurecht, sind sich aber sicher, dass es an einigen Stellen noch Nachholbedarf gibt
  • 6 Prozent der befragten KMUs in Deutschland versuchen das Thema Online-Marketing zu vermeiden
  • 5 Prozent führen gar keine Online-Marketing-Aktivitäten durch

Zeitaufwand

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  • 48 Prozent und somit knapp die Hälfte der KMUs finden genügend Zeit, um sich mit Online-Marketingzeitaufwand-kmu zu beschäftigen
  • 22 Prozent würden sich gerne mehr mit Online-Marketing auseinandersetzen
  • 14 Prozent empfinden Online-Marketing als zu zeitaufwendig
  • 7 Prozent sehen Online-Marketing als reine Zeitverschwendung für Ihr Unternehmen

Budget

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  • knapp ein Drittel der befragten KMU's beteuern, genaue Kenntnisse über die Wirkung unterschiedlicher Marketing-Kanäle zu besitzen
  • 37 Prozent wünschen sich mehr Wissen, wie sie das Budget effektiver im Online-Marketing einsetzen können
  • 27 Prozent betreiben Online-Marketing ausschließlich intuitiv und investieren somit rein nach Gefühl in Marketingmaßnahmen und -kanäle

Kundenakquise

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  • 27 Prozent der befragten KMUs sind sich im Klaren darüber, über welche Marketing-Maßnahmen die meisten Anfragen potenzieller Kunden generiert werden – dementsprechend wird daran auch das Marketing-Budget regelmäßig angeglichen
  • 57 Prozent wissen nur ungefähr, welche Anfragen über welche Marketing-Aktivität zustande kam
  • 16 Prozent geben an, zu wenig darüber Bescheid zu wissen – auch wenn sie sich in diesem Bereich eine Besserung wünschen würden

Interessant sind in diesem Bereich auch die Ergebnisse zur Reaktionszeit der Unternehmen auf Anfragen: Die Mehrheit der Befragten gab an, zwei bis vier Stunden zu benötigen, um auf Anfragen via E-Mail, Social Media-Kanälen, Telefon und Website zu antworten. Nur 31 Prozent reagieren innerhalb einer Stunde, 29 Prozent der KMUss brauchen hingegen einen ganzen Tag, um sich mit einem potentiellen Kunden in Kontakt zu setzen.

Knapp 65 Prozent stellten in diesem Zuge auch die Vermutung an, dass bei bis zu einem Viertel der Anfragen nicht nachgefasst wird. 17 Prozent glauben sogar, dass die Hälfte der Anfragen unbearbeitet bleiben.

Deutsche KMUs im europäischen Vergleich

Wie ich anfangs bereits erwähnt hatte, wurde die ReachLocal-Umfrage nicht nur unter deutschen KMUs durchgeführt, sondern auch in Großbritannien und den Niederlanden. Die Ergebnisse waren größtenteils denen aus Deutschland sehr ähnlich. Dennoch gab es einige Unterschiede, die ich noch kurz ansprechen möchte:

  • Britische Unternehmen nehmen in Sachen Digitalisierung eindeutig eine Vorreiter-Rolle ein. Deutsche KMUs haben hier eindeutig noch Nachholbedarf und befinden sich nur im Mittelfeld hinsichtlich Ihres Digitalisierungsgrades. Fast scheint es, als wäre Online-Vermarktung für viele Deutsche KMUs zwar kein rotes, aber immerhin ein gelbes Tuch.
  • Diese Umfrage-Erkenntnis wird vor allem deutlich, wenn man sich mit dem Wissen um Online-Marketing auseinandersetzt: Knapp ein Drittel (31 Prozent) der deutschen KMUs bescheinigen sich ausreichende Kenntnisse im Online-Marketing – in Großbritannien sind dies 41 Prozent und in den Niederlanden sogar knapp 55 Prozent.
  • Sieht man sich die Budget-Verteilung auf SEA und SEO an, so wird auch hier ein europäischer Unterschied deutlich: Während 49 Prozent der Ausgaben in Deutschland für SEA, gefolgt von SEO, ausgegeben werden, sind es in Großbritannien für die beiden Suchmaschinen-Maßnahmen 54 Prozent. Die Niederlande investiert 70 Prozent des Marketing-Budgets allein in SEA.

Nachholbedarf im Online-Marketing

Die Ergebnisse der Umfrage liefern also ein ernüchterndes Ergebnis für KMUs und Ihrem derzeitigen Umgang mit Online-Marketing.

Ein Punkt, der vielleicht mit am meisten schockiert, ist die Tatsache, dass Online-Anfragen von potenziellen Interessenten viel zu wenig und viel zu langsam Aufmerksamkeit geschenkt wird. Hier geben KMUs schnell wertvolle Leads oder sogar zahlende Kunden her, die mit einem professionellen Online-Team eine effektive Umsatz-Steigerung bewirken könnten.

Sie wollen wissen, wie Sie Online-Marketing-Aktivitäten erfolgreich in Ihr Unternehmen integrieren können? Dann dürfte das Konzept Inbound-Marketing für Sie sehr interessant sein. In unserem Corporate Blog  finden sie dazu zahlreiche Artikel, die Ihnen erste wertvolle Einblicke dazu liefern.

Inbound Marketing mit HubSpot

Veröffentlicht am 24.09.2015 und zuletzt aktualisiert am 14.05.2018