Suchmaschinenoptimierung: Rankingfaktoren 2014

suchmaschinenoptimierungSuchmaschinenoptimierung ist eine Wissenschaft für sich. Niemand kann genau sagen wie der Google-Algorithmus genau funktioniert.

Ich bezweifle sogar, dass es bei Google EINE Person gibt, die darauf eine Antwort geben kann. Man geht davon aus, dass es über 200 Faktoren gibt, die bei der Bewertung einer Seite eine Rolle spielen.

Dazu kommt, dass Google ständig an seinem Algorithmus arbeitet und beinahe täglich kleinere Änderungen vorgenommen werden. Größere Updates, wie beispielsweise zuletzt "Panda 4.0" ziehen zum Teil gravierende Auswirkungen nach sich.

Worauf kommt es also bei der Suchmaschinenoptimierung im Jahr 2014 an?

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Gerade bei SEO-Agenturen finden sich nicht selten schwarze Schafe, die einem das Blaue vom Himmel versprechen und bei genauerem Hinsehen Methoden verwenden, die nicht nur nichts mehr bringen, sondern Ihrem Unternehmen sogar immensen Schaden zufügen können.

So war es früher üblich, massenhaft Backlinks, also Verlinkungen von anderen Seiten, zu kaufen oder ein bestimmtes Keyword so oft wie möglich auf einer Seite unterzubringen. Dabei sind Formulierungen entstanden wie z. B.:

"Wir verkaufen individuelle Humidore für Zigarren. Unsere individuellen Humidore für Zigarren sind handgemacht. Wenn Sie einen individuellen Humidor für Zigarren kaufen möchten, wenden Sie sich an unsere Spezialisten für individuelle Humidore für Zigarren unter individuelle.humidore.zigarren@example.com."

So etwas funktioniert heutzutage natürlich nicht mehr – sondern wird von Google gezielt bestraft.

SEO ist und bleibt also ein höchst dynamisches Themenfeld und man tut gut daran, sich über die neuesten Entwicklungen und Einschätzungen zu informieren. 

Die Studie: Rankingfaktoren 2014

Searchmetrics hat die ersten 30 Plätze in den Google-Ergebnissen zu insgesamt 10.000 Keywords auf das Vorhandensein bzw. die Ausprägung gewisser Faktoren überprüft.

Herausgekommen ist ein 90-seitiger Report der kostenlos zum Download zur Verfügung steht.

Die Ergebnisse liefern also einen guten Überblick über die Faktoren, auf die Google im Jahr 2014 besonderen Wert legt und welche dafür an Bedeutung verloren haben.

Relevanter Content

Man sollte sich immer vor Augen halten, dass Google über die Darstellung seiner Suchergebnisse Geld verdient. Damit meine ich nicht, dass man gute Platzierungen kaufen kann (zumindest nicht innerhalb der Suchergebnisse), sondern dass hier die zu den Suchanfragen passenden Anzeigen platziert sind.

Wenn die Nutzer irgendwann den Eindruck haben, dass eine andere Suchmaschine bessere also passendere Ergebnisse anzeigt, werden sie diese verwenden und Google vor ein massives Problem stellen. Das ist der Grund, warum Google alles dafür tut, um Suchanfragen so genau wie möglich zu interpretieren und die dazu passenden relevanten Informationen bereit zu stellen.

Die inhaltliche Qualität einer Seite ist daher einer der stärksten Ranking-Faktoren, dessen Bedeutung im Jahr 2014 noch weiter gestiegen ist. 

In diesem Kontext sind Keywords für die OnPage-Optimierung zwar nicht obsolet – sollten aber auf der Ebene des Contents eher als Themengebiete verstanden werden. 

Google versucht zu beurteilen, wie gut die inhaltliche Qualität eines Textes ist. Taucht ein Keyword also unverhältnismäßig oft auf, während Begriffe, die für eine inhaltlich solide Bearbeitung eines Themenfelds eigentlich unerlässlich wären fehlen, kann das zu einer negativen Beurteilung einer Seite führen.

"Die Verwendung relevanter Keyword-verwandter Terme im Content ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Ranking-Faktoren."

Die durchschnittliche Textlänge der Top10-Ergebnisse ist auf 821 Wörter gestiegen. Empfehlenswert scheint auch eine Anreicherung des Contents mit Bilder und Videos zu sein. 

Interessanterweise beinhalten die Top-Ergebnisse verhältnismäßig wenig Werbung wie Adlinks und AdSense.

Technische Infrastruktur

Die technische Infrastruktur einer Seite ist zwar für sich gesehen noch lange keine Garantie für gute Rankings, hat aber weiter an Bedeutung gewonnen und stellt damit eine Grundvoraussetzung dar. 

Die Top10-Ergebnisse weisen eine durchschnittliche Ladezeit von 0,57 Sekunden auf. Diese kann vor allem durch Optimierung des Seiteninhalts (Bildgrößen, kein aufgeblähter html-Code, etc.), der Seitenarchitektur (ausgewogene Linkstruktur) und des Servers verringert werden. 

Erst kürzlich hat Google seine Richtlinien für Webmaster aktualisiert und bekanntgegeben, dass der Crawler nun auch Zugriff auf die verwendeten CSS-, Javascript- und Bilddateien haben möchte. Sollte der Zugriff auf diese Dateien per robots.txt blockiert sein, könnte sich dies negativ auf die Indexierung auswirken und damit auch auf das Ranking auswirken.

Es empfiehlt sich außerdem, großen Wert auf den Page-Title und eine vernünftige Meta-Description zu legen. Letztere wirkt sich zwar nicht direkt auf die Position in den Suchergebnissen aus, kann aber Einfluss auf die Click-Through-Rate (also der Anteil der Leute, die Ihre Seite in den Suchergebnissen sehen und tatsächlich auf den Link klicken) haben.

Backlinks

Die Verlinkung Ihrer Website durch externe Seiten stellt für Google nach wie vor ein wesentliches Qualitätskritierium dar. Die Suchmaschine legt aber mittlerweise großen Wert auf ein "natürliches" Linkprofil und geht aktiv gegen  sogenannte "Link-Farmen" vor.

Für große Aufregung hat auch die Aussage von Matt Cutts (der Leiter des "Webspam"-Teams) gesorgt, als er vor Gast-Beiträgen von externen Autoren gewarnt hatte. Diese seien zunehmend zum Aufbau von externen Links missbraucht worden.

 

Das Verhalten der Website-Benutzer

Die Besucher Ihrer Website selbst tragen zu einem großen Teil dazu bei, wie gut Ihre Seite gefunden wird.

Google bezieht in die Bewertung Ihrer Seite mit ein, wie lange Ihre Besucher auf Ihrer Seite verweilen. Wenn Sie beispielsweise zu einem Keyword auf Platz 10 liegen, klicken durchschnittlich drei Prozent der Suchenden auf Ihre Website. Wenn diese jedoch Ihre Seite sehr schnell wieder verlassen, ist das ein Indiz dafür, dass die Information, die Sie auf Ihrer Seite anbieten nicht sehr relevant ist. Die Besucher finden also nicht das, was sie erwartet haben. Als Folge wird sich Ihre Platzierung verschlechtern.

Searchmetrics beziffert die durchschnittliche Verweildauer der Top10-Ergebnisse auf 162 Sekunden – die Absprungsrate liegt bei 38%.

Social Signals

Als Social Signals wird die Verbreitung Ihres Contens in den sozialen Netzwerken bezeichnet. Es ist auffällig, dass die Top-Ergebnisse eine relativ hohe Zahl von Shares, Likes, Tweets oder +1s aufweisen. Die Performance des Contents in den sozialen Netzwerken scheint für Google also ein Signal zu sein, dass die Besucher den Content der Seite für gut und relevant halten.

Die Kausalität dieses Aspekts ist aber nicht geklärt. Es handelt sich um eine typische Henne-Ei-Problematik.

Wird der Content oft geteilt, weil er oft gefunden wird – oder wird er oft gefunden, weil er so oft geteilt wird.

Fazit

Es ist ein zentrales Anliegen von Google, dass die Benutzer der Suchmaschine das finden, wonach Sie suchen. Der Algorithmus wird immer besser darin, die Intention des Suchenden zu interpretieren und zieht in seine Beurteilung einer Seite immer mehr Faktoren mit ein, wie z.B. den Standort, die vorher besuchten Seiten oder die Art und Weise, wie eine Suchanfrage gestellt wird.

Die Suchmaschine besitzt ein immer besseres semantisches Verständnis von gesprochener Sprache.

Eine gute technische Infrastruktur vorausgesetzt, ist die sinnvollste Strategie der Suchmaschinenoptimierung daher die Bereitstellung von Content, der das Interesse Ihrer potenziellen Kunden befriedigt und ihnen weiterhilft. Wenn die Besucher Ihrer Seite Ihre Inhalte für gut befinden, werden sie gerne viel Zeit auf Ihrer Website verbringen und den Content mit ihren Freunden und bekannten teilen.

Wenn Ihre Besucher glücklich sind, werden Sie automatisch auch von Google gemocht und müssen sich nicht mit gefährlichen SEO-Maßnahmen beschäftigen, die nicht nur nichts mehr bringen, sondern eventuell Ihrem Unternehmen schaden können.

Onpage SE

Veröffentlicht am 10.11.2014 und zuletzt aktualisiert am 02.03.2017

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