So gestalten Sie Ihre Website möglichst nutzerfeindlich

Tipps, wie Sie Besucher Ihrer Website schnell vertreibenÄrgern Sie sich ständig, dass Sie zu viel Traffic auf Ihrer Website haben? Dass die Besucher Ihrer Website viel zu lange bleiben und zu viele Seiten klicken? Eigentlich wollen Sie, dass Ihre Seite möglichst unauffällig in den Tiefen des Internets verschwindet und bloß keine Leads generiert? Wir haben da ein paar Tipps für Sie, wie Sie Ihre Seite völlig nutzerfeindlich gestalten und Besucher schnell wieder vertreiben!

Man kann im Internet viel dazu lesen, wie man Besucher auf seine Website lockt und sie dann möglichst lange auf ihr hält, um die Chance auf Interaktion zu maximieren. Denn die meisten Unternehmen wollen ihren Online-Auftritt dazu nutzen, Leads zu gewinnen und Umsatz zu generieren.

Sie halten das alles für ausgemachten Humbug? Sie wollen nicht, dass sich irgendjemand lange auf Ihrer schönen Website rumtreibt, weil die sich ja schließlich mit jedem Klick ein bisschen abnutzt? Außerdem hat Ihr Vertrieb genug Kontakte und Ihre Umsätze wachsen ganz von alleine?

Dann haben wir hier die besten Tipps, wie Sie Besucher auf Ihrer Website schnellstmöglich wieder loswerden:

Nutzerführung/Navigation

Einer der besten Wege, um Besucher möglichst schnell zu vertreiben ist es, sie mit einer völlig unlogischen und am besten auch noch inkonsequenten Nutzerführung durcheinander zu bringen und zu frustrieren.

Intuitive Navigation? Nichts da! Folgende Punkte sorgen für minimale Userexperience:

  • Verstecken Sie Ihre Menüleiste! Eine schwer zu findende Menüführung, optimalerweise ergänzt um uneindeutige Begriffe für die einzelnen Punkte, machen es Besuchern schwer, sich sinnvoll auf Ihrer Website zu orientieren.
  • Große Bilder im Querformat sind aktuell State of the Art. Benutzen Sie den Trend, um mit möglichst vielen und möglichst raumfordernden grafischen Elementen, am besten bereits im Header, das Auge des Betrachters von tatsächlichen Inhalten abzulenken. Viel hilft viel wenn es darum geht, Verwirrung zu stiften.
  • Apropos Verwirrung: Weiterführende Links platzieren Sie am besten weitestgehend unauffällig in einem langen Fließtext, damit Sie bloß keine Aufmerksamkeit erregen. Wenn Sie dann noch halbwegs sinnfreie Ankertexte verlinken (also entweder das beliebte "... lesen Sie hier" oder Wörter, die inhaltlich nicht zu dem Verlinkten passen) minimieren Sie die Gefahr, dass sich ein Besucher durch Ihre Website durchklickt.

Struktur

Auch mit der Struktur des Contents, den Sie auf Ihrer Website präsentieren, können Sie Ihre benutzerunfreundlichen Maßnahmen unterstützen. Denn: Das Auge liest mit! Machen Sie es dem Leser so schwer wie möglich, Ihre Texte zu erfassen. Das erreichen Sie, indem Sie allenfalls wenig Struktur und somit möglichst wenig Ankerpunkte setzen. Folgende Strukturmerkmale sollten Sie daher tunlichst vermeiden:

  • Sinnvoller Einsatz von Zwischenüberschriften
    Wenn Sie auf (Zwischen-) Überschriften nicht verzichten wollen, dann seien Sie wenigstens inkonsequent und würfeln Sie die Größe der verwendeten Überschriften aus. Hierarchische Logik (der Page Title ist eine H1-Überschrift, Zwischenüberschriften dann H2, Titel einzelner Absätze dann H3) ist zu einleuchtend!
  • Absätze
    Absätze bieten den Lesern Orientierung und sind somit für Ihre Zwecke ungeeignet. Setzen Sie daher vorsichtshalber auf lange Fließtexte im Blocksatz, um das Lesen zu erschweren.
  • Markierungen
    Textpassagen, die Sie in bold setzen, stechen aus der Masse heraus und erregen Aufmerksamkeit. Um die Lesbarkeit zu minimieren, sollten Sie entweder komplett auf den Einsatz verzichten oder besonders großflächig markieren, um so den Sinn von Markierungen ad absurdum zu führen.
  • Listen
    Sie führen in einem Text eine Reihe von wichtigen Punkten auf, mit denen Sie beispielsweise die Vorteile eines Ihrer Produkte übersichtlich zusammenfassen? Sehen Sie, da ist auch schon das Problem: Übersichtlich ist nicht gut, wenn Sie Ihre Besucher vergraulen wollen! Dann vermeiden Sie es wenigstens, diese Auflistung auch tatsächlich ordentlich sortiert und mit Listenpunkten markiert zu präsentieren. Formulieren Sie doch lieber einen schönen langen Schachtelsatz!

Visuelle Elemente

Geraden in langen Texten setzt manch einer auf eingefügte Bilder, Infografiken und Videos, da diese zum einen gleichfalls als Strukturelemente dienen können und zum anderen hilfreich sind, um komplexe Sachverhalte einfach und prägnant zusammenzufassen und zu erklären.

Den Fehler machen Sie natürlich nicht! Wenn Sie es den Besuchern Ihrer Website so einfach machen, bleiben sie womöglich zu lange!

Verzichten Sie also entweder komplett auch den Einsatz von Visual Content – oder bauen Sie so viele Bilder und Videos ein, dass der eigentliche Inhalt darin komplett untergeht.

Dass die Qualität der eingesetzten Bilder und Videos in diesem Fall möglichst schlecht sein sollte, versteht sich von selbst. Wobei... mit hochauflösenden Bildern in HD-Qualität, die eine Dateigröße von etlichen Megabytes haben, maximieren natürlich die Ladezeit Ihrer Website. Und maximale Ladezeit heißt minimales Surfvergnügen!

Pop-ups

Sparsam und sinnvoll eingesetzt können Pop-ups die Konversionsrate erhöhen und Ihnen wertvolle Leads verschaffen. Leads, die zu potenziellen Kunden werden können und schließlich sogar für Umsatz sorgen. Aber das ist ja das Letzte, was Sie mit Ihrer Website erreichen wollen, oder?

Folgende Möglichkeiten haben Sie, den Besuch Ihrer Website mit Pop-ups möglichst unerfreulich zu gestalten:

  • Schlechtes Design
    Blinkende Banner in Neonfarben, die einen auf Schritt und Tritt verfolgen, sobald man eine Website geöffnet hat, sind in Sachen Nutzerfreundlichkeit ein wahrer Albtraum. Und genau deshalb perfekt für Ihre Zwecke!
  • Fehlende Relevanz
    Pop-ups, die völlig losgelöst vom Kontext zur Interaktion aufrufen, sorgen für größtmöglichen Ärger. Bauen Sie doch gleich auf Ihrer Startseite ein Pop-up ein, das zum Vereinbaren eines Beratungsgesprächs aufruft. Auf Ihren Produktseiten können Sie zum Abonnieren des Newsletters für Ihre Blogposts aufrufen. Und auf der Kontaktseite Ihr nächstes Webinar bewerben. Hauptsache, der Inhalt der Seite und der Pop-up haben möglichst wenig miteinander zu tun!
  • Dominanz
    Dezente, unaufdringliche Pop-ups, die mit einem großen X zum sofortigen Wegklicken einladen? Keine gute Idee! So ein Störer sollte vielmehr aggressiv sein, am besten den ganzen Bildschirm einnehmen und gefälligst schwer zu entfernen sein. Verstecken Sie das X zum Schließen des Pop-ups doch einfach an einer unüblichen Stelle (also nicht in einer der Ecken). Oder, noch perfider: Platzieren Sie ein großes X, dass aber nicht das Pop-up verschwinden lässt, sondern zu einer weiteren, möglichst nutzerunfreundlichen Seite führt. 

Sie sehen es: Die eigene Website für Besucher maximal unangenehm zu gestalten, ist gar nicht so einfach und bringt einen gewissen Aufwand mit sich. Aber es lohnt sich!

Natürlich können Sie es sich auch einfach machen, alle meine Tipps ignorieren und stattdessen auf Fehler in Rechtschreibung und Grammatik setzen. Der exzessive Einsatz von Tippfehlern, die den Anschein vermitteln, dass der Autor beim Schreiben in Gedanken ganz woanders war und sich nicht die Zeit genommen hat, seinen Text Korrektur zu lesen sorgt zumindest bei mir immer dafür, dass ich das Interesse am Weiterklicken verliere und eine Website lieber schnell verlasse.

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Veröffentlicht am 18.04.2017 und zuletzt aktualisiert am 15.09.2017